Berufsporträts – Mitarbeitende geben Einblick in ihre Tagesabläufe

Publiziert: 21.10.2015

Die Burgergemeinde Bern beschäftigt in ihren Institutionen und Verwaltungsabteilungen rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in über 30 Berufsgattungen. Zudem bildet sie 30 Jugendliche aus.

Andreas Stähli – sein Herz schlägt für Sanierungen

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TEXT: MERET RADI; BILD: MARTIN GRASSL

Wenn an der Jupiterstrasse 45 alle Bäder und Küchen saniert werden, behält er den Überblick. Andreas Stähli ist seit letztem August Bauherrenvertreter bei der Domänenverwaltung im Bereich Immobilienprojekte und ist für die Sanierungen oder Umbauten der Liegenschaften der Burgergemeinde Bern zuständig. Kommt eine solche in die Jahre, wird sie ein Fall für das Immobilienprojekte-Team. Dabei wird geprüft, welche Sanierungsarbeiten sinnvoll und unabdingbar sind. Im Vorfeld der bevorstehenden Sanierung an der Jupiterstrasse oblag es der Bauherrenvertretung, die Leistungen eines Generalplaners öffentlich auszuschreiben. Diesen führt Andreas Stähli seit letztem Sommer durch alle Projektphasen. Weiter muss der Architekt mit langjähriger Berufserfahrung mit den Liegenschaftsbewirtschaftern und den betroffenen Mietparteien einen aufs Projekt abgestimmten Zeitplan aufstellen. Daneben waren alle gemeindeinternen Genehmigungen einzuholen. Aufgrund des Kostenvolumens des Bauprojekts musste der Realisierungskredit dem Burgervolk zur Abstimmung vorgelegt werden. Nach dem positiven Abstimmungsergebnis und der erteilten Baubewilligung ist Stähli bezüglich der weiteren Projektabwicklung zuversichtlich. Dieses Jahr nun wird die Ausführung detailliert vorbereitet, der planmässige Baubeginn erfolgt im Frühjahr 2018. Der Grossteil seiner Arbeit fällt bei den Projekten vor den jeweiligen Bauphasen an, die Aufträge enden aber erst nach Inbetriebnahme der Gebäude mit der Projektabrechnung.

Mit Stellenantritt bei der Domänenverwaltung wagte Stähli den Seitenwechsel. Präsentierte der Architekt früher den Bauherren ausgearbeitete Projekte zum Entscheid, agiert er nun auf der anderen Seite und prüft vorgelegte Vorschläge und Kosten. «Mein Herz aber schlägt für Sanierungen von Altbauten», erklärt der 39-Jährige mit leuchtenden Augen. Er schätzt den Reiz des Historischen und liebt die speziellen Herausforderungen beim Sanieren alter Gebäude. Persönliche Auszeiten gönnt sich der Vater von zwei Kindern mit dem wöchentlichen

Margrit Lienhart – individuelle Stärken

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TEXT UND BILD: MERET RADI

«Kein Tag ist wie der andere, aber das ist ja das Spannende», meint Margrit Lienhart. Die Psychologin ist Leiterin des Standorts Schosshalde, eines Bereichs des Burgerlichen Jugendwohnheims. Sie trägt die fachliche Verantwortung für 28 Jugendliche, die dort wohnen, sowie für den Bereich der Familienbegleitung. Somit hat sie die sozialpädagogische Arbeit in rund 40 Familien im Auge. Sie klärt auch Platzierungsanfragen ab, begleitet Ein- und Austrittsgespräche und kümmert sich weiter um das interne Aus- und Weiterbildungsangebot. Aktuell ist die Mutter einer 15-jährigen Tochter gerade mit der Neuausrichtung der Institution beschäftigt. «Auch dank meines zehnminütigen Arbeitswegs bringe ich all das unter einen Hut», erklärt Lienhard.

Stillstand war für Lienhart schon immer ein Fremdwort. Sie hat unter anderem klinische Psychologie, Rechtspsychologie, Heilpädagogik und Philosophie studiert. Vor kurzem erst hat sie sich vertiefend weitergebildet. Sie mag es, fachlich am Puls der Zeit zu sein, zu experimentieren und Neues auszuprobieren.

Ihre Hauptaufgabe ist, im Team Arrangements zu schaffen, die es den Kindern, Jugendlichen und Familien wieder ermöglichen, eigene Ziele zu erreichen und selbstverantwortlich leben zu können. Jugendliche zu unterstützen, die Weichen für die Zukunft richtig zu stellen. Die Teamarbeit beschreibt sie als respektvolles «gemeinsames Gestalten». «Vielleicht bin ich selber nicht gerade hochstrukturiert, was meine Papierberge angeht», gibt sie lächelnd zu, «aber die Freiheiten und das Vertrauen, das mir entgegengebracht wird, gebe ich auch gerne an meine Mitarbeitenden weiter». Kochen und Reisen sind ihren liebsten Freizeitbeschäftigungen. Margrit Lienhart entspannt sich bei der ausgiebigen Lektüre von Thrillern, Krimis und inspirierender Fachliteratur.

Marcel Pfister – immer zu Hilfe, wetterfest, sportlich und schwindelfrei

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TEXT UND BILD: MERET RADI

Marcel Pfister schliesst diesen Sommer seine Lehre zum Forstwart im burgerlichen Forstbetrieb ab. «Der Wald ist für mich der schönste Arbeitsplatz», erklärt er strahlend. Früher als Zimmermann arbeitete er mit verschiedenen Materialien, doch jetzt dreht sich alles um sein Lieblingsmaterial: das Holz. Da Pfister bereits einen Lehrabschluss hat, ist sein zweites Lehrjahr im Forstbetrieb auch schon das letzte. Vor kurzem hat er seine praktische Prüfung in Holzernte abgelegt. Nun stehen noch weitere Prüfungen an.

Der neue Beruf verlangt neben Wetterfestigkeit auch körperliche Ausdauer. So verbraucht ein Forstwart bis zu 4000 Kalorien am Tag. «Am Anfang war es mir unmöglich, Schritt zu halten, wenn die erfahrenen Forstwarte über Stock und Stein durch den Wald rannten», meint er rückblickend. Heute hält er auch mit einer Motorsäge von acht Kilogramm in den Händen ohne Probleme mit. Pfister gehört zudem zum Team der Baumkletterer. Steht Sicherheitsholzerei an, etwa wenn ein morscher Ast über einem Waldkitaplatz abgesägt werden muss, klettert Pfister auf den Baum. Nicht ohne Grund gilt der Beruf des Forstwarts als der gefährlichste. Die geltenden Sicherheitsvorschriften sind entsprechend streng.

Seine Ausbildung führte Pfister auch ins Walliser Lötschental, da der Forstbetrieb mit diesem im Lötschental einen Lernendenaustausch pflegt. Winters sind die Lötschentaler im burgerlichen Forstbetrieb tätig, da sie daheim wegen des Schnees nicht arbeiten können. Im Gegenzug gehen die Berner im Sommer einige Wochen ins Lötschental, wo sie Einblick ins Lawinen- und Strassenverbauungswesen erhalten. «Das ist eine andere Welt», erinnert er sich. Ebene Böden finde man dort kaum. Auch die Arbeiten unterscheiden sich von denen im burgerlichen Wald. Wo in Bern vorwiegend Wirtschaftswald steht, betreiben die Walliser meist Schutzwaldpflege oder bauen Strassen und Steinmauern. Die Gastfreundschaft der Walliser bleibt Pfister für immer in Erinnerung. «Der eine hat für mich gekocht, der andere hat mir seine Ferienwohnung zur Verfügung gestellt. Alles war so schön familiär», schwärmt er. Heute führen ihn seine Hobbies Skifahren und Wandern noch häufig ins Wallis.

Barbara Felber – zwischen Menschen und Paragraphen

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TEXT: NANUSCHKA BOLEKI; BILD: MARTIN GRASSL

Durch die Welt trampen und sich sozial engagieren ist Barbara Felbers Ding. Daher legt die 25-Jährige auf dem Weg zum Anwaltspatent einen Zwischenstopp als Praktikantin bei der burgerlichen Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde ein. Seit letztem August ist Barbara mit unterstützender Funktion im kleinen Team dabei. Entscheide vorbereiten, recherchieren, Gesetzestexte konsultieren und Rechtsabklärungen vornehmen gehören zu ihren alltäglichen Aufgaben. Ebenso obliegt ihr teilweise die Protokollführung während der zweiwöchentlich abgehaltenen Behördensitzungen.

Selber Entscheidungen fällen muss sie als Praktikantin nicht, worüber sie «gottefroh» ist. Gerade bei Entscheiden im Bereich des Kindes-und Erwachsenenschutzes braucht es viele Kenntnisse, viel Lebenserfahrung und Differenziertheit. Genau darum sei es wichtig, dass die Behörde aus Anwälten und Anwältinnen, Ärzten und Sozialarbeiterinnen zusammengesetzt sei und interdisziplinär denke, findet Barbara. Grün hinter den Ohren ist die Praktikantin aber keineswegs. Im Luzerner Hinterland aufgewachsen, absolvierte sie das bilinguale Bachelorstudium an der Uni Fribourg, ergänzt durch den kürzlich in Luzern erworbenen Mastertitel.

Auch im Leben hat Barbara schon einige spannende Erfahrungen sammeln können, etwa in ihrem Zwischenjahr, als sie mit einer Freundin die Strecke von Venedig nach Istanbul unsicher machte: «Eine erlebnisreiche Zeit, die unheimlich Spass machte». Gedanklich geht sie auch gerne auf Reisen, etwa zuhause bei der Lektüre eines guten Buchs oder musikalisch beim Spielen des Klavierstücks «Rondo Alla Turca» ihres Lieblingskomponisten W. A. Mozart. Dass sie nach Erlangung des Anwaltspatents erneut für eine KESB arbeiteten wird, «ist durchaus denkbar». Denn trotz der aktuell öffentlichen Kritik an den KES-Behörden, ist Barbara von deren wertvoller Arbeit überzeugt.

Marc Fermaud – immer zu Hilfe

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TEXT: NANUSCHKA BOLEKI; BILD: MARTIN GRASSL

Marc Fermaud wirkt hinter den Kulissen der Burgerkanzlei als «Mädchen für Alles», oder wie er sagt: «Dr chunnsch mir z’Hilf». Während Anlässen auf der Bühne wirkt er im Ornat gekleidet als Offizial, seiner eigentlichen Berufsbezeichnung. Auch nach all den Jahren liebt er seine Arbeit, denn «sie ist vielseitig und spannend». Er ist Organisator, Koordinator, Administrator, Postverwalter, Drucker-Experte und vieles mehr. Kurz, er weiss wie der Hase in der Kanzlei läuft.

Marc Fermaud gehört in der Burgergemeinde schon fast zum Inventar, ist er doch schon seit 1974 leise und zielstrebig dabei. Fast niemand ist so lange bei der Burgergemeinde angestellt wie er. Nach der Lehre im Wunschberuf Schreiner trat der heute 62-Jährige direkt eine Stelle beim Naturhistorischen Museum Bern an, wo er unter anderem Vorbauten anfertigte oder Ausstellungsvitrinen baute. Zu seinen Aufgaben als Betriebsschreiner gehörte auch Aussergewöhnliches, etwa einen Elefanten häuten und die Haut im Pferdetransporter zu verfrachten – ja, wieso nicht! Er ist der Burgergemeinde treu geblieben, denn als Offizial hat er ab 1984 seine Berufung gefunden.

Im November 2017 wird Marc pensioniert, Angst vor Langeweile hat er nicht. «Ich lebe gerne gut und möglichst gemütlich, wie mein Kater Sämu», sagt er mit einem schelmischen Lächeln. Dennoch wird er vor allem die tollen, spannenden Menschen, Mitarbeitenden und Behörden, mit denen er in Kontakt war, vermissen. Aber er blickt auch mit einem lachenden Auge in die Zukunft. «Endlich Zeit haben! Am Morgen im Wintergarten hocken, Kaffee trinken und Zeitung lesen und nicht ständig auf die Uhr schauen müssen, weil man ja noch dies und jenes sollte», freut er sich. Auch ein grosses Ziel gibt es: mit dem Schiff von Vancouver nach Alaska reisen. Er liebt den Norden, und Kanada ist zur zweiten Heimat geworden. Ansonsten wird er mit dem GA herum reisen, wandern und seinem alten Hobby Fotografieren nachgehen – bis dahin geniesse er aber noch seine Berufung.

Florian Mittenhuber – mittelalterlichen Schriften auf der Spur

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TEXT: MICHÈLE BIGLER; BILD: MARTIN GRASSL

Dieser Tage zieht die Burgerbibliothek mit ihren gesamten Beständen an wertvollen und international bedeutenden Manuskripten, Archivalien und Bilddokumenten wieder an ihren angestammten Ort in der Münstergasse zurück. Zum Gesamtbestand gehören auch über 1100 mittelalterliche Handschriften, die bis ins 6. Jahrhundert zurückreichen. Seit fünf Jahren obliegt dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Florian Mittenhuber die Pflege und Digitalisierung jener Bestände. Aber auch fachspezifische Ausleih-Anfragen anderer Museen, die Mithilfe im Lesesaalbetrieb und die Betreuung von Forschenden fallen in seinen Bereich.

Sein besonderes Augenmerk gilt der bedeutenden Bongarsiana-Sammlung der Burgerbibliothek, welche 650 zumeist lateinische Handschriften aus dem Mittelalter umfasst. Die systematische Erschliessung der Schriften ist ein wichtiger Teil von Florian Mittenhubers Arbeit. Dabei sind nicht nur der Inhalt eines Werks von zentraler Bedeutung, sondern auch buchmacherische Aspekte bezüglich Einband oder enthaltener Malereien. Auch die historische Einordnung und das Zusammentragen von Hintergrundinformationen zur jeweiligen Schrift sind von Interesse. Für den Altphilologen Mittenhuber stellt das Arbeiten mit einem Bestand dieser hohen Qualität einen absoluten Glücksfall dar.

Ein wichtiger Teil seiner Arbeit ist zudem die Digitalisierung und Beschreibung ausgewählter Handschriften für e-codices, die Virtuelle Handschriftenbibliothek der Schweiz. Die Arbeit in der Burgerbibliothek bietet Florian Mittenhuber viel Abwechslung, interessante wissenschaftliche Inhalte, Kundenkontakte und den Austausch mit internationalen Forschenden. Als Ausgleich zu seiner Arbeit verbringt der zweifache Familienvater viel Zeit in der Natur, sei es mit seinen Kindern oder bei alpinsportlichen Aktivitäten wie Klettern und Bergsteigen.

Estée Bochud – zwischen Schnecken und Boxsack

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TEXT: MICHÈLE BIGLER; BILD: LISA SCHÄUBLIN

Schnecken sind ihr Spezialgebiet. Seit 2011 arbeitet die Biologin Estée Bochud im Naturhistorischen Museum der Burgergemeinde Bern als wissenschaftliche Assistentin der Malakologie, zu deutsch Weichtierkunde. Hier betreut sie einen Bestand mit rund vier Millionen Sammlungsobjekten, wovon einige Exemplare bereits über 150 Jahre alt und teils schon ausgestorben sind.

Estée Bochuds Aufgabe besteht darin, die Bestände richtig zu bestimmen und fachgerecht in säurefreies Material zu verpacken, sodass die kalkhaltigen Gehäuse der Schnecken und Muscheln nicht angegriffen werden. Die Artenbestimmung gleicht oftmals einer Detektivarbeit. Anhand der umfangreichen Mollusken-Sammlung des Naturhistorischen Museums, der grössten Sammlung der Schweiz, können die fraglichen Objekte verglichen und bestimmt werden. Diese Arbeit ist sehr wichtig. Nur wenn man weiss, welche Arten existieren, weiss man auch, welche Spezies geschützt werden müssen. Anhand eines Registers samt Fundortkarte kann Estée Bochud ermitteln, wo und in welchen Jahren bestimmte Bestände zurückgegangen sind oder zugenommen haben. Mittlerweile ist rund ein Viertel der Sammlung bestimmt.

Die Malakologie befasst sich mit einem Tierstamm, dessen Klasse der Schnecken etwa eine enorme Diversität betreffend Gestalt der Gehäuse und Muster aufweist. Für Estée Bochud ist es faszinierend, seltene oder gar ausgestorbene Spezies in die Hände nehmen zu können. Das gute Arbeitsklima im Naturhistorischen Museum und den Austausch mit anderen Spezialisten schätzt sie sehr.

Auch in ihrer Freizeit mag Estée Bochud eher ungewöhnliche Aktivitäten, die sie nicht nur körperlich herausfordern, sondern auch einen guten Adrenalin-Kick versprechen. So verbringt die junge Biologin ihre Freizeit und Ferien am liebsten auf ihrem Motorrad oder beim Kitesurfen an Traumdestinationen wie Mauritius, Marokko und Ägypten. Am Montagabend trifft man Estée Bochud jeweils mit Handbandagen, Boxsack und Mikrophon im ATRIUM12 im Von Roll Areal. Dort leitet sie den Fit-Box-Kurs des Unisport-Angebots. Die Schneckenexpertin verfügt zudem über eine abgeschlossene Ausbildung in klassischer Massage.

Kiatbodin Koetsuk – ein «Top» Mitarbeiter im zentralen Informatikdienst

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TEXT: MICHÈLE BIGLER; BILDer: MARTIN GRASSL

Wenn eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter der Burgergemeinde Bern ein technisches Problem mit dem Computer oder VoIP-Telefon hat, so ist der zentrale Informatikdienst der Burgergemeinde die Anlaufstelle. Kiatbodin Koetsuk, auch unter dem Spitznamen «Top» bekannt, arbeitet seit August 2013 im Viererteam, welches das einwandfreie Arbeiten mit der IT-Infrastruktur in den verschiedenen Abteilungen und Institutionen gewährleistet. Zu den Kernaufgaben seines Jobs gehören das Erstellen oder Bearbeiten von Benutzerkonten, die Wartung und Überwachung von diversen Systemen, die Beschaffung, Installation sowie Konfiguration von Hard- und Software und die Verbesserung und Optimierung der bestehenden Citrix-Plattform.

Seine «Kunden» in den verschiedenen Abteilungen und Institutionen der Burgergemeinde kennt Kiatbodin Koetsuk meist persönlich. Je nach Anliegen unterstützt er sie per Telefon und Fernwartungsprogramm oder kommt andernfalls gleich selber bei ihnen vorbei. Die vielen Kontakte sowie die Abwechslung in seiner Arbeit gefallen ihm besonders. Zurzeit absolviert der Informatiker noch eine berufsbegleitende Weiterbildung zum ICT-Systemtechniker an der höheren Berner Fachhochschule.

Kiatbodin Koetsuk ist in Thailand aufgewachsen und kam mit 13 Jahren in die Schweiz. Nach Abschluss der Sekundarschule und dem zehnten Schuljahr begann er beim Kanton Bern eine Lehre zum Informatiker. Seit er in der Schweiz ist, spielt «Top» Fussball. Vor zwei Jahren hat er vom Feld in die Turnhalle zum «Futsal» gewechselt, einer Spielart des Hallenfussballs, bei der zwei Fünferteams während zwanzigminütigen Halbzeiten aufeinandertreffen. Aktuell spielt er bei «Mobulu Futsal Uni Bern» in der «Swiss Futsal Premier League», der höchsten Liga der Schweiz. Während der Spielsaison, die jeweils von Oktober bis Ende Februar dauert, trainiert er zwei bis drei Mal wöchentlich. An den Wochenenden geht es dann jeweils zum nächsten Match irgendwo in der Schweiz.

Sofia Barcia – Eine Frau in der Männerdomäne

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TEXT UND BILD: CAROLINA KÄMPF

Sofia Barcia hat eben erst ihr zwölfmonatiges Vorstudienpraktikum als Forstwartin bei der Burgergemeinde Bern abgeschlossen. Dieses Praktikum erlaubt ihr ein Studium zur Forstingenieurin an der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL in Zollikofen, wo sie ihr gesammeltes praktisches Wissen mit theoretischem Hintergrund ergänzen kann.
In Wahlendorf aufgewachsen, spielte sich fast ihre ganze Kindheit im Wald ab: Von gemeinsamen Aktivitäten mit Freunden, über Geburtstagsfeste, bis hin zur Pfadi war sie schon immer mit dem Wald verbunden. So erstaunt es auch nicht, dass Sofia Barcia nach einem Jahr ihr Jurastudium zugunsten des Waldes aufgab. Als angehende Forstingenieurin möchte sie grosse Ziele in der Männerdomäne der Forstberufe verwirklichen. Bezüglich Wissen und Begeisterung steht sie den Männern in keiner Weise nach, lediglich körperlich kommt sie ab und zu an ihre Grenzen.  Ihre grosse Stärke hingegen ist ihre kommunikative Seite. Die Arbeit im Wald ist sehr vielseitig und erfordert umfangreiches Wissen auf verschiedenen Gebieten, von der Meteorologie bis zur Biologie. Sofia Barcia empfindet es als besonders befriedigend, jedes Jahr die Früchte der Arbeit des vorangegangenen bestaunen zu können. Ebenso, dass je nach Jahreszeit andere Waldarbeiten zu verrichten sind. So steht im Herbst, nach der sommerlichen Waldpflege, die Holzerei im Vordergrund. Diese ist wichtig, schafft sie doch Platz und Licht für Jungbäume und stellt für neue Forstwarte ein besonderes Erlebnis dar. Dieses unglaubliche Gefühl, wenn man den ersten Baum selber fällt, behält Sofia Barcia als ganz spezielles Andenken in Erinnerung.

David Matthys – Zwei Berufe in einem Müller

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TEXT UND BILD: CAROLINA KÄMPF

David Matthys ist seit Juni dieses Jahres Bereichsleiter der SAT-Mühle Schönenbühl. Er ist zuständig für die Gesamtorganisation des Betriebs, welcher Jugendlichen ab 16 Jahren ohne Arbeit oder Ausbildungsplatz betreute Arbeitsplätze anbietet. Die Mühle ist eine Aussenstelle des SAT-Projekts, einer Abteilung des Burgerlichen Jugendwohnheims. David Matthys‘ Interesse an der Einrichtung wurde im Jahr 2002 geweckt, während der 500-Jahr-Jubiläumsfeier der SAT-Mühle. Die Projektidee, Pädagogik mit Lebensmittelproduktion zu verbinden, noch dazu in einem idyllischen Umfeld, begeisterte David Matthys derart, dass er sich die Mitarbeit in diesem Projekt absolut vorstellen konnte. Vor zwei Jahren stiess er endlich dazu und steht heute dem vierköpfigen Team vor.

Der Alltag in der Mühle hält jeden Morgen Überraschungen bereit, denn die vielseitige Müllersarbeit und die Betreuung der Jugendlichen lassen sich oft nicht im Voraus planen. Die Jugendlichen in der SAT-Mühle entstammen verschiedensten Lebenssituationen. Aufgabe des Teams ist es, die jeweiligen Fähigkeiten der Jugendlichen einzuschätzen und ihnen entsprechende Aufgaben zuzuteilen, von der Müllersarbeit bis zum Verkauf im dazugehörigen Laden. Dies erfordert Fingerspitzengefühl, Menschenkenntnis und viel Erfahrung. Meist ergeben sich die konstruktiven Gespräche mit den Jugendlichen spontan während der Arbeit, etwa beim Abfüllen der Mehlsäcke  oder beim gemeinsamen Verfassen eines Bewerbungsbriefs. David Matthys versucht, sie in allen Fragen zu unterstützen und ihnen eine Tagesstruktur zu vermitteln. Selber gefällt ihm der überraschungsreiche Alltag und die Kombination von Müllerei und Pädagogik. Doch auch das Handwerkliche begeistert ihn. Vor zwei Jahren wusste David Matthys noch nicht, wie man  Brot bäckt, heute stellt er über 20 verschiedene Mehlsorten her. Wenn er abends aus der Arbeitskleidung schlüpft und zur Ruhe kommt, hat er die Gewissheit, wieder etwas bewegt zu haben – und Vorfreude auf den kommenden Tag.

Amir Said – Ein ruhiger Teamplayer im Berner GenerationenHaus

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TEXT UND BILD: MARTIN GRASSL

Amir Saids Aufgabe ist es, die diversen Räume im dritten Stock des Burgerspitals für gebuchte Veranstaltungen, Seminare, Sitzungen oder Konzerte vorzubereiten. Der ruhige, junge Mann hat bereits ein wechselvolles Leben hinter sich. Der Kurde wurde im Irak unweit der iranischen Grenze geboren. Nach Abschluss des Gymnasiums liess er sich zum Anästhesiepfleger ausbilden und arbeitete anschliessend während sieben Jahren auf seinem Beruf; zuerst in einem örtlichen Spital, anschliessend in einem von der Amerikanischen Armee betriebenen Lazarett und Ausbildungszentrum. Wegen der Arbeit für die Amerikaner wurde er später jedoch von extremistischen Kreisen mit dem Tod bedroht und sah sich deshalb im Jahr 2008 gezwungen, den Irak zu verlassen.

Seither lebt Amir Said als anerkannter Flüchtling in der Schweiz. Nach Teilnahme an diversen Beschäftigungsprogrammen hat Amir Said im Berner GenerationenHaus seine erste reguläre Arbeitsstelle in der Schweiz gefunden. Er schätzt es sehr, gerade hier zu arbeiten, da er offen für andere Menschen und ein Teamplayer ist. Privat hat der Familienvater ein ausgesprochenes Flair für Musisches: Auf dem Akkordeon spielt er traditionelle kurdische Musik und verfasst Lyrik in seiner Muttersprache. Mit seiner Umsicht bereichert Amir Said das Haus sehr.

Stephan Horisberger – Zwischen Rohrbruch und Beschallungsanlage

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TEXT: CAROLINA KÄMPF; BILD: MARTIN GRASSL

Stephan Horisberger wurde erst vor neun Jahren so richtig aufmerksam auf das Kultur Casino, als er am Busker Festival unter dem Baldachin beim Kasseneingang einer Band zuhörte. Zufällig wurde im Kultur Casino ein Jahr später eine Stelle frei, welche wie auf ihn zugeschnitten war. Seither betreut der gelernte Elektromonteur als Leiter Betrieb und Infrastruktur die technischen Anlagen und koordiniert verschiedene Infrastrukturprojekte. Die Lüftungs-, Sanitär- und Elektroanlagen des Hauses halten Stephan Horisberger täglich auf Trab. Denn in den alten Hausmauern stehen an allen Ecken diverse Wartungs- und Sanierungsarbeiten an, notfalls auch am Wochenende.
Nach der geplanten Sanierung des Kultur Casinos in den Jahren 2017 bis 2019 wird sich das Gebäude in einem technisch deutlich besseren Zustand befinden: So werden die Toiletten nicht mehr überlaufen, nur weil an einem Grossanlass alle gleichzeitig benützt werden. Die moderne Technik wird zwar praktischer zu warten, aber auch anspruchsvoller zu bedienen sein.
Stephan Horisberger kennt das weitläufige Haus wie seine Westentasche und dachte lange, der versteckteste Raum sei ein Zimmer über der Orgel. Doch dann entdeckte er kürzlich bei Sondierungsarbeiten einen ihm bislang unbekannten Raum im Kellerbereich. Durch die regelmässigen Proben und Konzerte im Grossen Saal hört Stephan Horisberger fast täglich Musik. Wenn das Berner Symphonieorchester auftritt oder Jazz und Blues auf dem Programm stehen, findet man ihn auch einmal in den Zuhörerreihen. Privat spielt er Didgeridoo, wofür er aber keine Musiknoten benötigt. Um Klänge hervorzuzaubern reicht etwas Rhythmusgefühl aus. Wer glaubt, die Töne des Berner Symphonieorchesters beeindruckten Stephan Horisberger nicht mehr, irrt. Vor allem deren Hauptprobe zusammen mit Patent Ochsner für den Bundesplatzaufritt werden ihm noch lange in Erinnerung bleiben.

Bärner Müschterli

Gigele und gugle mit bärnischi Anekdote, erzellt vom J. Harald Wäber.

Bärner Müschterli

Kulturtipps

Bücher oder CDs, welche im Zusammenhang mit der Burgergemeinde stehen oder von ihr initiiert, respektive speziell gefördert wurden.
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