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Leserbrief Hauptstadt

Danke für den informativen Artikel zum Thema Burgerwald. Im Text behauptet Lorenz Heer von Pro Natura Bern, dass den beiden «Gastbaumarten» Douglasien und Tulpenbäumen entscheidende Fähigkeiten fehlen würden, um Biodiversität zu ermöglichen: Sie würden keine «Lebensgemeinschaften» mit heimischen Pilz- und Insektenarten bilden.

Diese Aussage stimmt so nicht: Eine Literaturstudie der eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL kommt zum Schluss: «Die Douglasie bildet in Mitteleuropa artenreiche Mykorrhizen aus, die jenen der Fichte oder Föhre ähnlich sind. Die Artenvielfalt der gesamten Pilzflora sind in Douglasienbeständen aber tendenziell kleiner als in natürlichen Beständen, und es wurden hier häufiger Generalisten unter den Pilzen nachgewiesen. Zusammenfassend kann gezeigt werden, dass die Douglasie einer grossen Anzahl einheimischer, allerdings oft generalistischer Tier-, Pflanzen- und Pilzarten Lebensraum bietet und keinen "ökologischen Totraum" darstellt. Douglasienanbau führt jedoch oft zu Veränderungen in der Zusammensetzung der Lebensgemeinschaften: Einzelne Arten oder Artengruppen sind in Beständen mit Douglasie stärker oder schwächer vertreten (…)».

Eine ausführliche Studie der WSL von 2016 zum Potenzial von Gastbaumarten bei der Anpassung an den Klimawandel kommt zum Schluss, dass in der Schweiz die Douglasie empfohlen und der Tulpenbaum bedingt empfohlen werden kann.

Zur Biodiversität im Schweizer Wald allgemein: Das vierte Landesforstinventar der WSL zeigt, dass sich die Biodiversität im Schweizer Wald positiv entwickelt. Der Zwischenbericht vom 30. Mai 2023 der WSL zum fünften Landesforstinventar hält fest, dass in den Wäldern im Mittelland die einheimischen Baumarten Buche, Fichte und Esche stark vom Klimawandel betroffen sind und sich eine natürliche Verjüngung nur schwer einstellt. Gleichzeitig nahm das für die Biodiversität wichtige Totholzvolumen in den Wäldern des Mittellandes weiter zu (+14.3 ± 9.6%) und liegt nun bei 18.5 ± 1.7 m3/ha. Gemäss dem Swiss Bird Life Index der Stiftung Schweizerische Vogelwarte zeigt der Trend für die Vogelarten des Waldes über die letzten dreissig Jahre nach oben, was als wichtiger Indikator für die positive Entwicklung der Biodiversität im Wald gilt.

Der Forstbetrieb der Burgergemeinde Bern setzt bei der Anpassung seiner Wälder an die Herausforderungen des Klimawandels auf eine breite Durchmischung und Vielfalt von Baumarten. Dabei berücksichtigt er insbesondere, welche Baumarten geeignet sind, um den erwarteten, klimatischen Bedingungen standzuhalten und gleichzeitig den gesellschaftlichen Bedarf nach dem einheimischen, ökologischen Rohstoff Holz decken können. Bei all seinen Tätigkeiten stützt er sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse ab.

abgelegt unter: Forstbetrieb

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