Sozialpreis 2016

Publiziert: 25.10.2016

Am 26. Mai verlieh die Burgergemeinde Bern zum fünften Mal
ihren alljährlichen Sozialpreis. Die Auszeichnung ging gleich an
zwei Preisträger, das «Zentrum für ambulante Palliativbegleitung
plus» (zapp) sowie das Angebot «Betreutes Wohnen in Familien» der Oekonomischen Gemeinnützigen Gesellschaft Bern OGG. Beide Organisationen erhielten ein Preisgeld von jeweils 20 000 Franken, welches sie für besondere Weiterbildungen ihrer freiwilligen Helferinnen und Helfer respektive der involvierten Gastfamilien verwenden wollen.

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1 / 9 Die Sozialpreisfeier klang mit einem stimmigen Apéro Social aus.
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2 / 9 Rolf Dähler gratuliert freiwilligen Helferinnen des «zapp» zum Sozialpreis.
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3 / 9 Spittelpfarrerin Marianne Bartlome-Michel während ihrer beeindruckenden Laudatio
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4 / 9 Vertiefende Interviewgespräche beleuchten das soziale Engagement.
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5 / 9 Die Auszeichnung ging gleich an zwei Preisträger, das «Zentrum für ambulante Palliativbegleitung plus» (zapp) sowie ...
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6 / 9 ... das Angebot «Betreutes Wohnen in Familien» der Oekonomischen Gemeinnützigen Gesellschaft Bern OGG.
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7 / 9 Die beiden diesjährigen Preisträger wurden in Kurzfilmporträts vorgestellt.
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8 / 9 Die junge Brienzer Mundartpoprockband «Container 6» sorgten mit Intermezzi für gute Stimmung.
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9 / 9 Apéro Social im Foyer International der Dampfzentrale.


TEXT: MARTIN GRASSL; BILDER: SIMON STÄHLI

Die Sozialpreisverleihung 2016 fand traditionsgemäss im frühindustriellen Ambiente des Turbinensaals der Dampfzentrale Bern statt. Fernsehfrau Sabine Dahinden moderierte vor vollen Rängen durch den Abend und thematisierte zum Auftakt mit einem Augenzwinkern die fortlaufende Automatisierung an ihrem angestammten Arbeitsplatz im Fernsehstudio. Und dass selbst sie kein Mensch mehr sei, sondern auch schon ein Roboter. Dafür könne sie garantieren, dass es sich bei jenen, die den Sozialpreis erhalten, noch um echte Menschen mit Mitgefühl handle. Hiermit übergab sie weiter an Burgergemeindepräsident Rolf Dähler, der das Publikum offiziell begrüsste, gefolgt von einem ersten Intermezzo der jungen Brienzer Mundartpoprockband «Container 6». Und der unbeschwerte Sound der früheren Jugendpreisträger sorgte vom ersten Ton weg für gute Stimmung. Nun endlich wurde das Geheimnis um die beiden diesjährigen Preisträger in Kurzfilmporträts gelüftet. Die Clips vermittelten dem Publikum eindrücklich das grosse Engagement des «Zentrums für ambulante Palliativbegleitung plus» sowie vom «Betreuten Wohnen in Familien». Sabine Dahinden bat daraufhin die Preisträger auf die Bühne. Es folgten lebendige, vertiefende Interviewgespräche. Anschliessend sprach Sozialkommissionspräsidentin Simone von Graffenried vom erfreulich breiten, sozialen Engagement in und um Bern, welchem sie bei ihrer Juryarbeit begegne, und leitete über zur Laudatio von Spittelpfarrerin Marianne Bartlome-Michel, der «Haus-Seelsorgerin» der Burgergemeinde. Ihre beeindruckende und sehr persönliche Rede handelte von ihrem Familienleben mit ihrer Tochter mit schwerer Behinderung. Davon, wie sehr dies alle Nächsten herausfordert und gleichzeitig auch bereichert. Der Gedanke, dass Inklusion nicht nur in eine Richtung, sondern auf beiden Seiten stattfindet, war klar zu vernehmen und bezog sich direkt auf dieselben gemachten Erfahrungen der Freiwilligen der beiden diesjährigen Preisträger.

zapp ermöglicht Kranken das Daheimbleiben
zapp ist ein Angebot des Schweizerischen Roten Kreuzes Bern-Mittelland. Die professionell geführte Vermittlungsstelle setzt ihre geschulten, freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Entlastung von Angehörigen chronisch kranker, schwer kranker und sterbender Menschen ein. Die rund 30 Freiwilligen bilden ein Betreuungsnetz, welches den Kranken das Daheimbleiben in ihrer gewohnten Umgebung ermöglicht. Wo Sterben zuhause nicht möglich ist, bieten sie palliative Begleitung in Heimen und Spitälern an. zapp versteht sich als Teil, und nicht Konkurrenz, eines umfassenden Betreuungsnetzwerkes und arbeitet eng mit Hausärzten, Spitexdiensten, Spitälern, Stationen für palliative Therapie, der Alzheimervereinigung und weiteren Stellen zusammen.

«Betreutes Wohnen in Familien» vermittelt unterstützungsbedürftige Erwachsene in Gastfamilien
Das Angebot der Oekonomischen Gemeinnützigen Gesellschaft Bern OGG wiederum wird von sieben Teilzeitmitarbeitenden organisiert. Menschen ab 18 Jahren mit gesundheitlichen Einschränkungen, welche Unterstützung im Alltag be-nötigen, sollen in einer Gastfamilie aufgenommen werden. Aktuell finden rund 95 Dauergäste aus allen sozialen Schichten Platz in einer Familie. Die Gastfamilien bilden ein Netz von rund 150 Familien, zumeist aus dem bäuerlichen Umfeld. Die Familien werden in einem sorgfältigen Abklärungsverfahren vom Organisationsteam ausgewählt und während der Betreuung der Gäste begleitet. Das Projekt weist zudem eine grosse Stadt-Land-Vernetzung auf.

Beide mit dem Sozialpreis ausgezeichneten Institutionen wollen ihr Preisgeld ihren Freiwilligen respektive Gastfamilien zukommen lassen. Deren grosses Engagement soll honoriert werden, indem aufwändige und besondere Weiterbildungen organisiert werden.

Nach der offiziellen Übergabe der Urkunde durch Rolf Dähler klang der Abend mit einem stimmigen Apéro Social aus, derweil «Container 6» im Turbinensaal noch mit einem halbstündigen Konzertset nachlegten.

Der Sozialpreis

Der Sozialpreis soll nichtburgerliche Initiativen in und um Bern würdigen und einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machen. Das Preisgeld ist für wichtige, handfeste Investitionen oder Teilprojekte der Empfänger gedacht.

Webistes der Preisträger

«Zentrum für ambulante Palliativbegleitung plus» (zapp)
www.zapp-bern.ch

«Betreutes Wohnen in Familien» der Oekonomischen Gemeinnützigen Gesellschaft Bern OGG
www.ogg.ch

 

Bärner Müschterli

Gigele und gugle mit bärnischi Anekdote, erzellt vom J. Harald Wäber.

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