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Bern erhält in loser Folge «Zeitgedanken»

21.10.2020

Mit «Zeitgedanken» startet in Bern im März 2021 eine neue Vortragsreihe. International herausragende Gäste präsentieren ihre Sicht zu aktuellen und gesellschaftlich relevanten Fragen. Den Auftakt macht der frühere deutsche Bundespräsident Joachim Gauck. Initiiert wird die Reihe von der Universität Bern und der Burgergemeinde Bern. Christoph Pappa, Generalsekretär der Uni Bern, und Christophe von Werdt, Kleiner Burgerrat, erläutern die Beweggründe hinter den «Zeitgedanken».

TEXT: PASCAL MATHIS; BILD: MARTIN GRASSL

MEDAILLON: Welches Ziel verfolgt die neue, öffentliche Vortragsreihe in Bern?
CHRISTOPHE VON WERDT: Es geht darum, internationale Persönlichkeiten nach Bern zu bringen, die sich zu brennenden Zeitfragen äussern und dazu auch etwas
zu sagen haben.
CHRISTOPH PAPPA: Es ist aus Universitätswarte interessant, einmal eine nicht akademische Sichtweise einzunehmen. Dies kommt im Diskurs bei uns manchmal etwas zu kurz. Wir freuen uns auf eine Horizonterweiterung.

Joachim Gauck hat als Thema seines Auftritts «Freiheit und Toleranz» gewählt? Was bedeuten diese Begriffe für Sie?
CP: Das Thema erfüllt unsere Erwartungen an die «Zeitgedanken»-Premiere. Freiheit für Forschung und Denken ist für uns als Universität zentral. Und Toleranz gegenüber geäusserten Gedanken ist eine wichtige Grundlage für einen funktionierenden Diskurs.
CVW: Für Joachim Gauck ist die Toleranz in der Gesellschaft zurzeit stark gefährdet: dass man nicht mehr bereit sei, andere Meinungen anzuhören. Viele Leute leben in ihrer ideologischen Blase. Alles, was ausserhalb davon passiert, lehnen sie ab. Dies wird ein immer akuteres Problem.

Wer soll mit der Reihe «Zeitgedanken» angesprochen werden?
CVW: Grundsätzlich alle, die an aktuellen Fragen und philosophischen Auseinandersetzungen unserer Zeit interessiert sind. Und je jünger das Publikum ist, umso schöner. Ich erinnere mich an meine Gymer-Zeit, als der damalige deutsche Bundespräsident Richard von Weizsäcker in Bern auftrat. Wir Oberprimaner waren auch eingeladen. Für mich eine spezielle Gelegenheit, eine Persönlichkeit der Zeitgeschichte live zu erleben. Ganz anders, als «nur» ein Buch von ihr oder über sie zu lesen.

Der Rostocker Joachim Gauck ist Theologe, er war deutscher Bundespräsident und arbeitete für sein Land die Stasi-Vergangenheit auf. In welcher Eigenschaft haben Sie ihn eingeladen?
CP: Joachim Gauck vereint Vieles und kann nicht einfach nur einer «Schiene» zugeordnet werden. Als Politiker ist er kein Parteivertreter. Als Theologe hatte er als Ostdeutscher die Zeit eines Regimes miterlebt, das es nicht mehr gibt. Und als Aufarbeiter jener Zeit ist ihm eine weitere Rolle zugefallen. Zudem besticht er durch seine Ausstrahlung und sein grosses Rednertalent.

Auf wen darf man sich bei den «Zeitgedanken» nach Herrn Gauck freuen?
CVW: Vor Zusagen ist es immer schwierig, Namen zu nennen – ohnehin bei Gästen dieses Kalibers. Wir haben viele Wunschgäste, Frauen wie Männer, aber es muss auch terminlich passen. Aufgrund von Corona bestehen weitere Unsicherheiten, etwa was die Anreise der internationalen Gäste betrifft.

Zeitgedanken

Die Premiere der neuen Vortragsreihe «Zeitgedanken» ist am 18. März 2021 (19.00 Uhr) im Casino Bern. Gast ist der Theologe und ehemalige deutsche Bundespräsident Joachim Gauck. Ticketvorverkauf über www.casinobern.ch

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