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Zwei neue Formate schaffen Verständnis für andere Generationen

16.05.2017

Zwei Veranstaltungsreihen haben im März dieses Jahres in der CaféBar Premiere gefeiert: Beim «Generationentalk» treffen sich jeweils zwei interessante Persönlichkeiten aus Kultur, Gesellschaft und Politik zu einem öffentlichen Gespräch. In der Veranstaltungsreihe «Begegnungscafé – Gestern Eltern, heute Grosseltern» erlangen frisch gebackene Grosseltern Sicherheit im Umgang mit ihren Enkelkindern. Die beiden unterschiedlichen Veranstaltungen tragen auf ihre Weise zu einem besseren Verständnis für andere Generationen bei und sollen auch künftig in Partnerschaft mit dem Berner GenerationenHaus weitergeführt werden.

TEXT: MICHÈLE BIGLER; BILD: WALTER WINKLER

Licht und Technik passen, in einer Stunde geht es los. In der CaféBar des Berner GenerationenHauses soll in Kürze der erste öffentliche Generationentalk über die Bühne gehen. Elias Rüegsegger und Samuel Müller sind bereits seit ein paar Stunden am Vorbereiten. Theologiestudent Elias Rüegsegger hat «‹und› das Generationentandem» vor fünf Jahren ins Leben gerufen mit dem Ziel, dem Austausch zwischen den Generationen eine Plattform zu bieten. Die Zeitschrift «und», die er im Rahmen seiner Maturarbeit entwickelte, fand rasch eine Trägerschaft sowie mehrere Freiwillige unterschiedlicher Generationen, die sich für das Projekt begeisterten und mitwirken wollten. Mit Onlinebeiträgen und öffentlichen Veranstaltungen, wie dem Generationentalk, hat sich der Verein zwei weitere Standbeine aufgebaut, sowohl um den Generationendialog intern zu leben, als auch um ihn nach aussen zu tragen. Das Berner GenerationenHaus teilt diese Vision und ist partnerschaftlich mit dabei, zudem finden in ihm die «Generationentalks» statt.

Zwei Personen, zwei Generationen – ein Anliegen
Gegenstand der Veranstaltung von Ende Februar war der Klimawandel. Die Gäste, Heidi Witzig (72) und Benedikt Knüsel (26), kämpfen beide für mehr Klimaschutz: Sie hat als Aktivistin bei den Klimaseniorinnen den Bundesrat verklagt, er reiste für Swiss Youth for Climate an die UNO-Klimakonferenz in Marrakesch. Beide warnen vor den Folgen, sofern jetzt nichts gegen den Klimawandel unternommen wird: «Äs isch 1 vor 12i.» Denn bereits heute spürten wir die Folgen des umweltschädigenden Verhaltens früherer Generationen, sprich auch derjenigen von Heidi Witzig. Knüsel ärgert sich über die verpassten Chancen. Dennoch meint er, dass man nicht mit dem Finger auf einen einzigen Schuldigen zeigen könne. Auch Heidi Witzig sagt, sie selber hätte nichts verhindern können, und: «Wer hätte schon gedacht, dass das Klima einmal kippen könnte?»

Gestern Eltern, heute Grosseltern
Ein paar Tage später trafen sich in der CaféBar rund zwanzig frischgebackene Grossmütter und Grossväter zum Begegnungscafé. Sie alle möchten in ihrer Rolle als Grosseltern mehr Sicherheit erlangen. Denn vieles hat sich geändert, seit sie selber Eltern waren. Marlise Vonrüti aus der Mütter- und Väterberatung und ihr Mann Adrian Vonrüti, beide selber Grosseltern, leiten den zweiteiligen Kurs «Grosseltern finden ihre Rolle». Ziel ist nicht, die Kursteilnehmenden im Frontalunterricht zu belehren. Vielmehr soll ein lockeres Gespräch stattfinden, bei dem die Teilnehmenden Themen diskutieren können, die ihnen unter den Nägeln brennen. Der Umgang dabei ist sehr herzlich und persönlich, man duzt sich, tauscht eigene Erfahrungen aus und spricht Unsicherheiten an. Beispielsweise wie man als Grosseltern mit den Wutanfällen der Enkel umgehen soll, oder wie man die Eltern im Falle einer postnatalen Depression, bei Überlastung oder Beziehungsproblemen unterstützen kann.

Im zweiten Teil des Kurses teilen sich Grossmütter und Grossväter auf, um sich in einer kleineren Runde über geschlechterspezifische Themen auszutauschen. Es ist schön zu sehen, dass der Männer- und Frauenanteil in diesem Kurs beinahe ausgeglichen ist. Das Besprochene wird anschliessend im Plenum zusammengetragen. Im Laufe des Jahres bietet die Pro Senectute gemeinsam mit der Mütter- und Väter Beratung weitere Kurse für Grosseltern an, in denen unter anderem Krankheiten, Ernährung und Erziehungsfragen näher beleuchtet werden.

www.begh.ch
www.generationentandem.ch

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