Bedeutende Barockbauten am Berner Bahnhofsplatz neu erforscht

Publiziert: 06.04.2017
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Einzigartig für die Schweiz säumen zwei barocke Grossbauten den Bahnhofplatz in Bern – die Heiliggeistkirche und das Burgerspital. Die Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK legt in Zusammenarbeit mit der Burgergemeinde Bern, der Ev.‐ref. Kirchgemeinde Heiliggeist, der Ev.‐ref. Gesamtkirchgemeinde Bern und der offenen kirche einen Kunstführer vor, der diese beiden historischen Monumente von nationalem Rang sowohl kunst‐ als auch sozialgeschichtlich beleuchtet und ganz neu zeigt, wie eng diese Bauten ursprünglich zusammengehörten. Jan Straub, Kunstführerautor seit 2012, rundet sein neustes Werk mit aktuellen Erkenntnissen der eben abgeschlossenen Sanierungen ab.

Heute stehen sich der «wichtigste Hospitalbau in der alten Eidgenossenschaft» und der «anspruchvollste Sakralbau der protestantischen Schweiz im 18. Jahrhundert» diametral gegenüber, doch über Jahrhunderte waren sie in einer einzigen Institution vereint – im Heiliggeistspital, dessen Geschichte bis in die frühste Zeit der Stadtgründung zurückgeht. Aufschlussreich sind daher vor allem die kulturhistorischen Kapitel, die aufzeigen, was ein Spital damals überhaupt war, wie sich der Betrieb finanzierte und wie wir uns die damalige «Hotellerie», also die Unterbringung und die Verpflegung, vorstellen können.

«Schön und edel»
Der Autor weiss indes auch die Architekturgeschichte packend zu vermitteln: Zu Beginn des 18. Jahrhunderts war das Spital in einem derart maroden Zustand, dass ein Neubau unumgänglich wurde. Allerdings erwies sich das Projekt als veritable «Zangengeburt». Nach zahllosen Wirrungen entstanden schliesslich die Kirche und etwas später der Spitaltrakt an getrennten Standorten. Und: Das Repräsentationsbedürfnis des Ancien Régime gestaltete nicht nur das Burgerspital – letztlich ein Armenhaus – als feudalen Palast, sondern liess auch die reformierte Tradition, bescheiden zu bauen, links liegen und entschied sich für einen opulenten Prestigebau mit Kolossalsäulen, «Riesenfenstern» und zwei Schaufassaden. Der «neue Tempel» wurde 1729 feierlich eingeweiht und galt zusammen mit seinem Pendant, dem Burgerspital, bis weit in das 19. Jahrhundert hinein als schönstes und edelstes Gebäude von Bern.

Das zeitgenössische Glasdach auf dem Bahnhofplatz – der «Baldachin» – schafft nun seit 2008 eine neue optische Verbindung zwischen den beiden barocken Bauten. Bemerkenswert ist der Umstand, dass das Burgerspital und die Heiliggeistkirche bis heute den ursprünglichen Hospizgedanken des mittelalterlichen Heiliggeistspitals weiterführen: Sie nehmen sich der Menschen an, die Beistand benötigen.

Anmeldung und weitere Informationen: https://www.gsk.ch/de/medienmitteilungen.html
Für weitere Informationen wenden Sie sich an:

Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK
Medienkoordination: Saskia Ott Zaugg, Kommunikationsbeauftragte GSK, 031 308 38 47, ottzaugg@gsk.ch
Redaktion Schweizerische Kunstführer: Sandra Hüberli, 031 308 38 35, hueberli@gsk.ch

Die Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK dokumentiert, erforscht und vermittelt seit 1880 das baugeschichtliche Kulturerbe der Schweiz und trägt zu dessen langfristiger Erhaltung bei. Die Non‐Profit‐Organisation arbeitet in drei Landessprachen und ist Herausgeberin verschiedener Publikationen sowie einer Fachzeitschrift zu Architektur und dekorativer Kunst.

Vernissage und Einladung

Die Burgergemeinde Bern, die Ev.ref. Kirchgemeinde Heiliggeist, die offene kirche, die Ev.ref. Gesamtkirchgemeinde Bern und die Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK freuen sich, Sie an die Vernissage des neuen Kunstführers zur Heiliggeistkirche und dem Burgerspital  vom 25. April 2017 einzuladen.

Programm

17.30 offizieller Festakt in der Heiliggeistkirche

Grussworte:

  • Nicole Bauermeister, Direktorin Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte
  • Rolf Dähler, Burgergemeindepräsident
  • Barbara Zutter, Präsidentin Ev.‐ref. Kirchgemeinde Heiliggeist
  • Conradin Conzetti, Präsident offene kirche
  • Andreas Hirschi, Präsident Kleiner Kirchenrat Ev.‐ref. Gesamtkirchgemeinde Bern
  • Erläuterungen zur Heiliggeistkirche, Dr. phil. Jan Straub, Kunsthistoriker und Autor des Kunstführers
  • Orgel: Marc Fitze
  • Moderation: Erika Jaun, Kirchgemeinderätin der Ev.‐ref. Kirchgemeinde Heiliggeist

ab 18.30 Einblicke in die Heiliggeistkirche und in das Burgerspital

  • Heiliggeistkirche: Besichtigung der Glockenstube mit Bruno Stoll, Architekt; Einblicke in die Arbeit der offenen kirche – Citykirche in Bern mit Annelise Willen, offene kirche
  • Burgerspital: freie Besichtigung des Berner Generationenhauses, der Kapelle und des Direktionszimmers, mit Kurzführungen durch Mitarbeitende des Burgerspitals

ab 18.30 Apéro im Burgerspital

Anmeldung für Vernissage erwünscht unter anlass@bgbern.ch