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Archäologie – aber lebendig!

10.09.2019

Zeitgemäss aufbereitete Archäologie: kein Widerspruch, wie die St. Petersinsel beweist. In den letzten Monaten wurden historische Mauerreste und Schutzbauten wieder instand gestellt. Zudem sind die historisch bedeutenden Kulturgüter für die Besuchenden neu besser und anschaulicher beschildert. Die Burgergemeinde Bern hat sich an den Arbeiten finanziell beteiligt.

TEXT: PASCAL MATHIS / FOTOS: PASCAL MATHIS UND PHILIPPE JONER

Würde man von der St. Petersinsel im Bielersee einen Lebenslauf erstellen, er würde lang und ausführlich werden. Pfahlbauerspuren beweisen, dass die Besiedelung bis in die Bronzezeit zurückgeht. Im 7. und 8. Jahrhundert wurde ein erstes kleines Kloster errichtet. Die Insel war seither Begrabungsstätte und Standort eines Klosters, erlebte die Reformation hautnah mit, später folgten Viehzucht und Weinbau, woraus das heute bekannte Hotel mit Restaurant entstand.

Regenmäntel, Metallbänder und Infotafeln
Gar einen «magischen Ort» nennt darum Armand Baeriswyl die St. Petersinsel. Der Leiter Mittelalterarchäologie und Bauforschung beim Kanton Bern erfüllte in den letzten Jahren den Auftrag, die gesamte Anlage inklusive zahlreicher archäologisch bedeutender Bauten umfassend zu renovieren. Denn seit den letzten solchen Arbeiten in den 1980er-Jahren verwitterten Mauerreste und Schutzbauten.

So erhielten beispielsweise Mauern im Freien ein gläsernes Schutzdach. «Fast wie ein Regenmantel», wie Architekt Claudio Campanile es umschreibt. Zudem wird der erhaltene Kirchenbau auf der Insel der Öffentlichkeit näher gebracht: Metallbänder am Boden zeichnen die Umrisse der einst eingestürzten Klosterkirche nach. Und neue Infotafeln erklären den interessierten Besuchenden die einzelnen Teile der archäologischen Zone.

Archäologie lebendig machen
«Wir nutzten diese Chance, die Geschichte anschaulich aufzuzeigen», erklärt Claudio Campanile. Historisches Wissen soll nicht nur aus Büchern gelernt, sondern auch erlebt werden können. Oder vereinfacht: «eine lebendige Archäologie!» So erfahren Besuchende beispielsweise, dass vor Jahrhunderten wohl Geldprobleme den Bau geplanter Kirchenschiffe vereitelten. Oder dass statische Probleme weitere Pläne bremsten.

Die Renovationsarbeiten inklusive Infotafeln sind seit Kurzem beendet. Neben dem Kanton Bern beteiligten sich auch der Lotteriefonds sowie die Burgergemeinde Bern daran. Somit können sich auch in Zukunft interessierte Besuchende inspirieren lassen und – wie Architekt Campanile es umschreibt – den «Inselgeist iischnuufe».


Gut zu wissen:
Hotel und Restaurant auf der St. Petersinsel sind jeweils bis Ende Oktober geöffnet. Die verkehrsfreie Insel ist mit dem Taxiboot Navette erreichbar (nur auf Voranmeldung). In Erlach stehen öffentliche Parkplätze zur Verfügung. Mehr Infos: www.st-petersinsel.ch   

abgelegt unter: ,

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