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Acht Stunden – 15 Kubikmeter Holz

07.03.2017

«Die Prüfung ist so ausgelegt, dass ihr zeigen könnt, was ihr draufhabt. Wir wollen euch nicht reinlegen», ermutigt Stefan Waeber, der Prüfungsleiter, die vier jungen Männer an ihrem wichtigen Tag. Rund vierzig Forstwartlehrlinge legen in diesen Wochen ihre praktische Lehrabschlussprüfung im Forstwald der Burgergemeinde Bern bei Oberwangen ab.

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Die Prüfung «Holzernte» testet, wie selbstständig und sicher die Lehrlinge arbeiten.

Innert acht Stunden 15 Kubikmeter Holz ernten. So einfach die Aufgabe lautet, so schwierig gestaltet sich deren Lösung. Das Los entscheidet, welcher Lehrling wo Holz schlägt. Anhand der Schlagskizze und einer Sortimentsliste urteilt der Lehrling selber, welche Bäume er wie fällt und aufrüstet. Unter dem aufmerksamen Blick des Experten sägt er eine Fallkerbe, schlägt Keile in den Baum und überprüft die Fallrichtung. Er weist an, welche Strassen gesperrt werden und schreit laut «Achtung, Baum fällt!» bevor er ihn gezielt zu Boden donnern lässt.

Trotz dem windigen, regnerischen Wetter kämpfen die Prüflinge vor allem mit ihrer Nervosität. So landet ein Baum beispielsweise nicht genau dort, wie geplant oder sie ruinieren mit einer unachtsamen Bewegung das Motorsägeblatt. Das könne passieren, relativieren die Experten die Missgeschicke. «Am meisten Wert legen wir aber auf sicheres Arbeiten», erklärt Chefexperte Stefan-Waeber. Sollte sich ein Lehrling in eine gefährliche Situation bringen, schreiten die Experten sofort ein. «Nicht ohne Grund ist Forstwart, einer der gefährlichsten Berufe», so Waeber.

Da die jungen Männer alle aus verschiedenen Regionen kommen, kann es vorkommen, dass einer während der Prüfung zum ersten Mal einen besonders dicken Baum fällen muss. Waeber weiter: «Die zugelosten Bereiche sind alle gleich anspruchsvoll.»

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Anhand des «Stocks» beurteilt der Experte die Arbeit des zukünftigen Forstwarts.

41 Forstwartlehrlinge aus dem Kanton Bern und dem Oberwallis bestreiten in diesen Wochen ihre praktische Prüfung im Forstwald der Burgergemeinde Bern. Der Prüfungsteil «Holzernte» dauert mit einem Tag am längsten und beeinflusst die Abschlussnote am stärksten. In zwei weiteren, halbtägigen, praktischen Prüfungen im April und Juni beweisen die Lehrlinge ausserdem ihr Können in den Bereichen Pflanzung, ökologische Massnahmen, Jungwaldpflege, Maschinen- und Werkzeugunterhalt und Forstschutz. Zudem  absolvieren sie  auch theoretische Prüfungen an zwei Halbtagen am Bildungszentrum BZI in Interlaken.  Bis zum Abschluss müssen sich die jungen Forstwarte noch in Geduld üben. Die zuständigen Kantone Bern und Wallis eröffnen die Resultate ungefähr eine Woche vor der Lehrabschlussfeier Ende Juni.

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