Kleine Hände, grosse Erlebnisse
TEXT: ANNELI REINHARD, BILDER: GIULIA DI ROMUALDO/SPIELZIMMER BERN
Ein Förderprojekt für die ganz Kleinen
Kinder, Betreuungspersonen und Kulturschaffende inspirieren sich gegenseitig: In sogenannter Ko-Konstruktion machen sie sinnliche, kulturelle und künstlerische Erfahrungen. Kinder nutzen die geschaffenen Freiräume, um im kreativen Tun ihre Umwelt und ihr Umfeld zu entdecken. Diese Erfahrungen stärken ihre Wahrnehmungsfähigkeit, ihre Selbstwirksamkeit und die Entwicklung ihrer Persönlichkeit.
Die Burgergemeinde Bern und die Kulturförderung des Kantons Bern haben gemeinsam ein Pilotprojekt gestartet, das Angebote im Bereich der frühkindlichen Bildung unterstützt – wie der «Kulturknirps». Das Ziel ist, dass Kinder von 0 bis 4 Jahren am kulturellen Leben teilnehmen und ein Dialog zwischen Kindern, Begleitpersonen und Kulturschaffenden entsteht.
3 Fragen an Jana Bubenhofer, Leiterin des Vereins Spielzimmer Bern
Wie gestaltet man ein Angebot für ganz Kleine?
Das Schlüsselwort hierfür: Es sollte interaktiv sein! Kinder in dieser Altersspanne wollen entdecken, anfassen, ausprobieren. Wir zeigen also nicht vor, wie ein Xylophon richtig gespielt wird, sondern entdecken es gemeinsam mit den Kindern und den Begleitpersonen. Wichtig ist auch zu betonen, dass unser Angebot nonverbal und so für alle zugänglich ist.
Woher kam die Idee für den «Kulturknirps»?
Als Mutter eines Kleinkindes und als Theaterschaffende habe ich festgestellt, dass es kaum kulturelle Angebote für Babys und Kinder im Vorschulalter gibt. Aus diesem Mangel heraus entstand der Wunsch, selbst ein solches Angebot zu schaffen. Mein erstes Projekt war «Schattenzauber», also Schattentheater mit Live-Musik für Kleinkinder und ihre Begleitpersonen. Das Stück ist aber für Theaterräume konzipiert. Ich wollte ein Format, welches von Beginn an interaktiv ist und das ich in jedem Raum zeigen kann.
Welche Wirkung beobachten Sie bei den Kindern?
Es geht uns darum, den Kindern ein positives Erlebnis mit Theater und Performance zu bieten. Ein gutes Beispiel ist der Kontrabass: Als Instrument ist er nicht unbedingt im Alltag präsent. Er gibt laute, tiefe Töne von sich und wirkt vielleicht einschüchternd für manche Kinder. Wir laden sie aber ein, das Instrument anzufassen, vielleicht mal eine Saite zu zupfen. Es ist immer sehr schön zu sehen, wie auch schüchterne Kinder davon profitieren. Am Anfang schauen sie eher zu, aber irgendwann kommt jedes Kind ins Tun.