Von Bambi & Co. – Frühlingsgefühle im burgerlichen Wald

Publiziert: 17.04.2016
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Während uns die wärmende Frühlingssonne in die Natur lockt, ist diese Zeit für Wildtiere besonders stressreich. Die Rehmutter setzt (gebärt) ihre Jungen im Dickicht, damit sie gut geschützt sind und nicht gestört werden. Wir Menschen sollten in dieser Zeit dichtes Gehölz meiden und unser Verhalten im Wald generell anpassen. Auch der Forstbetrieb reduziert seine Arbeiten im Frühling auf ein Minimum.

TEXT UND BILD: STEFAN FLÜCKIGER

Unter der wärmenden Frühlingssonne erwacht der Wald zu einem ganz besonderen Ort. Die Pflanzen spriessen und viele Wildtiere begeben sich auf Partnersuche. Die jungen, nährstoffreichen Pflanzen geben den Tieren die nötige Energie, ihren Nachwuchs auszutragen und diesen in den ersten Lebenstagen zu begleiten. Diese Zeit ist für viele Wildtiere besonders stressreich. Das hochträchtige Reh beispielsweise gebärt seine Jungen im Dickicht. Geschützt vor Fressfeinden und der Witterung bleibt ein Rehkitz dort reglos liegen. Die Rehmutter besucht ihren Nachwuchs alle paar Stunden und säugt das Rehkitz. In diesen ersten Tagen des jungen Rehlebens sind die Rehkitze völlig schutzlos und auf die Mutter angewiesen. Erst nach rund 14 Tagen macht das Kitz seine ersten Schritte und begleitet die Mutter auf kleinen Exkursionen durch den dichten Wald. Eine Rehmutter kann so pro Jahr bis zu drei Jungtiere aufziehen.

Wir Menschen tun gut daran, den Tieren in dieser Zeit die benötigte Ruhe zu gewährleisten: Indem wir dichtes Gehölz meiden, Hunde an der Leine führen und unsere Spiel- und Sporttätigkeiten in gut durchblickbare Waldgebiete verlegen, unterstützen wir das Wild in der Nachwuchssicherung. Denn viele Auswirkungen unseres Tuns sind für uns nicht direkt sichtbar. Der Kontakt eines freilaufenden Hundes mit einem Rehkitz etwa kann später dazu führen, dass das Jungtier von der Mutter verstossen wird. Eine gestresste Rehmutter andererseits verharrt während Stunden im Dickicht und reduziert dabei ihre Futteraufnahme auf ein Minimum. Mit einem verantwortungsvollen Verhalten stellen wir sicher, dass es auch künftig noch Wildtiere in unseren Wäldern geben wird.

In dieser intensiven Periode reduziert der Forstbetrieb seine Arbeiten auf das absolute Minimum. Auf einer möglichst kleinen Fläche werden gezielt Pflanzungsarbeiten und Pflegeeingriffe in Jungwäldern vorgenommen. Pro Flächeneinheit ist in der Regel aber nur alle 10 Jahre ein forstlicher Eingriff nötig. Dies reicht aus, damit die Bäume in die nächste (Alters-)Klasse hineinwachsen und weiterhin gut gedeihen können. Grössere Eingriffe werden in dieser Zeit nur dann getätigt, wenn es die Sicherheit oder Waldgesundheit absolut notwendig machen, beispielsweise beim Befall durch den Borkenkäfer.

Es freut uns, wenn Sie mithelfen, dass der Wald ein gesunder und attraktiver Naturraum bleibt. In dieser, für die Lebewesen im Wald intensiven Zeit, bedeutet etwas weniger Mensch, etwas mehr Natur und gewährleistet, dass eine nächste Generation von Tieren, Pilzen und Pflanzen unseren Wald beleben kann.

Ihr Forstbetrieb

Bärner Müschterli

Gigele und gugle mit bärnischi Anekdote, erzellt vom J. Harald Wäber.

Bärner Müschterli

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