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Der schönste Hinterkopf

14.05.2018

Vor gut fünfzig Jahren war es, als sich Franz von Graffenried im Freundeskreis, aus welchem Grund auch immer, zur Behauptung hinreissen liess, über den schönsten Hinterkopf zu verfügen.

TEXT: DANIEL SCHÄDELIN; BILD: HANSUELI TRACHSEL

Behauptung blieb nicht nur unwidersprochen, nein, sie wurde erstaunlicherweise von jedermann im Wesentlichen bestätigt. Von der anschliessenden Debatte zur Form des Hinterkopfes von Franz sind mir die folgenden Erkenntnisse in Erinnerung geblieben:

  • ebenmässig und wohlproportioniert sei er, im Verhältnis zum Vorderkopf quasi im goldenen Schnitt;
  • seine, des Hinterkopfes, Ausgestaltung liesse auf Entschlossenheit, Konsequenz und eine starke Persönlichkeit schliessen;
  • Lebensfreude und Humor zeichneten alle, die über ein derartiges Hinterhaupt verfügten, aus;
  • Menschlichkeit und Gemeinschaftssinn, gepaart mit einem gesunden Selbstbewusstsein, wiesen untrüglich auf einen schönen Hinterkopf hin und umgekehrt.

Viel, sehr viel später, Franz war bereits Burgergemeindepräsident, traf ich einen alten Bekannten. Wie sich im Verlaufe des sich ergebenden Gespräches herausstellte,

hatte dieser in der Kompanie von Franz als Korporal seinen Militärdienst geleistet. Ich staunte nicht schlecht, als dieser Unteroffizier zu einer Lobeshymne auf seinen ehemaligen Vorgesetzten anhob, die sich in nichts, aber auch gar nichts von dem unterschied, was die Freunde aus den Sechzigern bezüglich des Franz’schen Hinterkopfes glaubten erkannt zu haben.

Und jetzt fehlt dieser Franz, ist einfach nicht mehr da. Bleiben wird die aus zwei völlig unterschiedlichen Perspektiven gezeichnete Persönlichkeit. Die Erinnerung an sie macht deren Fehlen um einiges erträglicher.

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