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Blumen, Beete und Bodenbeläge

18.06.2019

Eine Altersinstitution? Das sind Wohnungen, Betreuung und medizinische Pflege. Richtig, aber es gehört noch mehr dazu. Auch ein Demenzgarten ist Teil des Angebots, wie im Burgerspittel im Viererfeld. Der Garten steigert die Lebensqualität von dementen Menschen und sorgt für sinnvolle Beschäftigung. Einblick in eine bunte Oase mitten in der Stadt Bern.

TEXT UND BILDER: PASCAL MATHIS

Der Sommer ist in Bern angekommen an diesem frühen Juni-Nachmittag. Die Sonne brennt und Wölkchen am Himmel lassen sich an einer Hand abzählen. Ein perfekter Tag, um einen Garten zu besuchen, von dem man ausserhalb des Burgerspittels im Viererfeld kaum etwas mitkriegt.

Pflanzen und Pflücken ist erwünscht
Der Demenzgarten im Burgerspittel liegt gleich vor der Demenzabteilung mit ihren 26 Bewohnern. Diese gelangen via Terrasse in die farbige Oase, durch die ein Rundweg führt. «In der warmen Jahreszeit blühen immer irgendwo Blumen», erklärt Nicole Hohl, Stationsleiterin der Abteilung. Das dauernde Blühen hat System, denn es soll für die Bewohner ganz bewusst immer etwas Farbiges leuchten und zum Entdecken einladen. Das regt die Sinne an und ist für die beeinträchtigten Menschen eine willkommene Beschäftigung.

Auch Beete in übergrossen Blumentöpfen sind Teil des Gartens. So können Bewohnerinnen und Bewohner, die mit Rollator oder Rollstuhl unterwegs sind, selber pflanzen, nach Blumen greifen und daran riechen. Pflücken ist dabei ausdrücklich erlaubt. «Das gehört zur Beschäftigung, die der Garten bieten soll», erklärt Nicole Hohl. Zur Idee gehört ebenso, dass die Bewohner praktisch jederzeit und auch unbegleitet in den Garten gehen können. Möglichst wenig soll die Freiheit einschränken.

Der Garten als Trainingsort
«Die Bewohner können so Energien loswerden. Und ausserdem ergeben sich Kontakte mit anderen Bewohnern und Gästen, denen der Garten ebenso offensteht», so Hohl. Der Garten ist also neben ein Verweil- und Entspannungsort auch eine soziale Einrichtung. Und ein kleines «Trainingsgelände».

Denn in einem der drei Gartenzimmer – Bereiche, in denen hohe Pflanzen Rückzugsmöglichkeiten bieten – überrascht der Boden: ein weicher Sportplatzbelag, Betonplatten, ein Weg mit Steinen sowie Kopfsteinpflaster liegen nebeneinander. Jeder Boden biete den dementen Menschen eine kleine Herausforderung, sagt Nicole Hohl. «So trainieren sie ihr Körpergefühl und erhalten Abwechslung.» Und ein Grund mehr, den Garten zu nutzen: «Denn wir sind doch alle gerne draussen!» Erst recht bei diesem Wetter.

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