Die Burgergemeinde engagiert sich bei der «Schwarmsammelstelle»

Schwärmende Bienen haben Anfangs Sommer in der Stadt Bern Hochsaison. So bergen Teams der Berufsfeuerwehr Bern dann täglich bis zu 20 Schwärme, welche sich an ungünstigen Orten eingenistet haben. Kein Wunder, fühlen sich die Insekten auf dem Stadtgebiet besonders heimisch: Während sie auf dem Land infolge agrarischer Monokulturen nur beschränkt Futter finden, blüht es im urbanen Raum immerzu irgendwo.

Wald & Natur Soziales Gemeinde

Bienen, wohin man auch sieht: Besuch auf der Schwarmsammelstelle am Rand des Bremgartenwalds.

Eine der sechs Stationen am Rand des Bremers ...

... welche Bienenstöcke unterschiedlicher Bauarten beherbergt.

Emsiges Treiben

Imker Werner Schläfli mit Logbuch, welches für jeden betreuten Schwarm erstellt wird.

Der Imker holt in Arbeitsmontur ein Volk auf Station Vier hervor.

Nach überwundener Qual der Wahl ...

... kann er ein summendes Volk aus der Nähe präsentieren.

Rot markiert ist die Königin zu erkennen.

Behälter der Feuerwehr für einzufangende Bienenschwärme.

Ein Kleinschwarm wird fachmännisch begutachtet.

Zwei Bienen fühlen sich mächtig angezogen vom Duft der Bio-Wachswaben ...

TEXT UND BILDER: MARTIN GRASSL

Weil die Überlebenschancen der Tiere aufgrund der flächendeckend vorhandenen Parasiten jedoch sehr gering sind, benötigen sie die Hilfe des Menschen. Bislang übergab die Feuerwehr die Bienenvölker direkt interessierten Imkerinnen und Imkern aus der Region. Ab sofort kommen die eingefangenen Schwärme jedoch in die neu geschaffene «Schwarmsammelstelle Region Bern» im Forsthaus West am Rand des Bremgartenwaldes. Dort, wohin ab kommenden November auch die Feuerwehr ihre Kommandozentrale verlegen wird, betreiben die beiden Imker Urs Emch und Werner Schläfli zuhanden des neuen Vereins die sechs Stationen der gesamtschweizerisch grössten Bienensammelstelle.

Zuvor haben sich alle eingelieferten Bienen während zwei bis drei Tagen im Keller aus ihrem Schwarmfieber abkühlen und allen aufgesogenen Honigvorrat verbrauchen können. Danach sind sie bereit zum Einlogieren «bei null» auf der Sammelstelle. Dies ist wichtig, da mitgebrachte Nahrung die neuen Behausungen und die künftige Brut eventuell verseuchen könnte. Die Völker werden anschliessend von den Imkern vor Ort gegen die Varroamilbe behandelt und verbleiben 32 Tage in Quarantäne, nach den Richtlinien für Bio-Imker. Nachdem die Insekten alle weiteren Gesundheitschecks überstanden haben, werden sie gegen einen Unkostenbeitrag an interessierte Imkerinnen und Imker abgegeben. Das neu geschaffene Projekt steht unter Oberaufsicht des Veterinärdienstes des Kantons Bern.

Die Burgergemeinde unterstützt dieses wertvolle Projekt und stellt ihm den nötigen Grund und Boden während der kommenden zwei Jahre unentgeltlich zur Verfügung, danach fällt ein symbolischer Nutzungsbeitrag im zweistelligen Bereich an. Dem Verein «Schwarmsammelstelle Region Bern» wurde zudem eine Aufbauspende gesprochen.

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