Ideen, die Fahrt aufnehmen

Der Preis war lediglich der Anfang: Im Rahmen des Ideenwettbewerbs «inspiration» erhielten im November 2025 fünf Personen und Gruppen Fördergelder, um ihre Ideen umzusetzen. Zwei Projekte sind bereits in vollem Schwung.

Engagements & Projekte Kultur
Eine Person steht vor einem Flipchart und präsentiert eine Skizze auf einem Blatt Papier. Die Szene zeigt eine kreative Vorstellung oder Ideation in einem Workshop- oder Präsentationssetting.

TEXT: ANNELI REINHARD, BILDER: LEA MOSER / KATJA BATT

Zeichnungen, die Geschichten öffnen

Mit «ComicMyLife» wusste Simon Kiener von Anfang an: Er möchte Menschen eine Stimme geben, die in der Gesellschaft weniger wahrgenommen werden – in Altersinstitutionen,  Flüchtlingsheimen oder Gefängnissen. Nun setzt er sein Traumprojekt um. Der erste Meilenstein ist dabei eine Reihe von Workshops in der Justizvollzugsanstalt Thorberg im Frühjahr 2026. Eine Herausforderung aufgrund der besonderen Rahmenbedingungen, aber zugleich eine grosse Bereicherung für Simon Kiener: «Es waren gegenseitiger Respekt und Anerkennung spürbar», erzählt er. Die Atmosphäre sei nicht anders als in einem anderen Kontext gewesen.
Die grösste Überraschung für ihn sei wohl die Art und Weise gewesen, wie die unterschiedlichsten Institutionen ihn empfingen: «Ich muss für die Workshops viel Vertrauen aufbauen. Ich habe aber überall, wo ich angefragt habe, positive Antworten erhalten», sagt Simon Kiener mit sichtbarer Dankbarkeit. Neben den zahlreichen Workshops, die er in den kommenden Monaten durchführen darf, arbeitet Simon Kiener an der Organisation von Ausstellungen: «Das sind die zwei Seiten meines Projekts: den Teilnehmenden zur Selbstwahrnehmung zu verhelfen und ihre Perspektive dann auch nach aussen zu vermitteln.»

Wo Fremde miteinander tanzen

Über 100 Menschen, die einander nicht kennen, tanzen einen ganzen Abend miteinander. Am 21. Februar 2026 fand die erste «Tanzchilbi» im Rahmen des Projekts «Tanz über Gräben» statt. Laut Organisator Hannes Boss ein Erfolg: «Es kamen geübte Tänzerinnen und Tänzer aus der halben Schweiz, aber auch Personen, die sich für Volkskultur interessieren und es einfach mal probiert haben.» Von Anfang an herrschte gute Laune, sei es beim Workshop, beim freien Tanzen im Anschluss oder bei der Mitspiel-Stubete, die den Abend ausklingen liess. Ein Meilenstein, der zeigt, dass das Projekt funktioniert: «Wir erreichen tatsächlich unsere Zielgruppe – volksmusikaffine Menschen aus dem ländlichen Raum», sagt Hannes Boss. Es brauche allerdings noch etwas Arbeit, um die Veranstaltungen zugänglicher zu machen. «Wir müssen die Hemmungen bei den Menschen ernst nehmen», erklärt Hannes Boss. Neue Ansätze wird er bei mehreren Anlässen in den kommenden Monaten erproben können, wie am 16. Oktober im Ochsen Münsingen, wo Balfolk auf Chilbitanz treffen wird. Gleichzeitig sollen Kurse für alle Niveaus entstehen. «Und im Winter ist natürlich bereits die zweite Tanzchilbi geplant!»

Die Projekte entstanden im Rahmen des Ideenwettbewerbs «inspiration».
Weitere Informationen: inspiration.bgbern.ch

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