«Dass es einfach funktioniert»
Ihre Arbeit fällt erst auf, wenn sie mal wegfällt. Die Lastwagenfahrerin, die Läden belie fert. Der Mechaniker, der den Bus flickt, den wir täglich besteigen. Oder eben die fleissigen Hände und Köpfe in einer Administration wie jene der Burgerkanzlei. Konstanze May und Lea Bongni macht dies nichts aus. «Das ist einfach unsere Arbeit: im ‹Background› sein und helfen, dass es einfach funktioniert», fasst es Lea Bongni zusammen. Doch was tun sie genau?
Die Registerführung im Zentrum – und «viel Kleines»
Sie seien Dienstleisterinnen, sagen sie überein stimmend. Als diese führen sie zum Beispiel das Personenregister: Sie pflegen somit das wichtigste Gut der Burgergemeinde als Personen gemeinde. Darin wird beispielsweise eingetra gen, wenn jemand geheiratet hat oder ein Kind geboren wird. Sie bereiten ausserdem das Stimmregister für die burgerlichen Urnenabstimmungen sowie die Grossen Botts – die Gemeindever sammlungen der Gesellschaften und Zünfte – auf. Dafür halten Lea Bongni und Konstanze May die Adressen der Angehörigen der Burgergemein de aktuell. Da sei oft etwas Detektiv arbeit gefragt. Werde etwa eine Scheidung gemeldet, aber nicht mindestens eine Adressänderung, «dann wurde wohl nicht alles gemeldet. Also gehen wir dem nach», lacht Lea Bongni.
Hinzu kommt noch «ganz viel Kleines». Geht bei einem Wohnungsmieter die Dusche kaputt oder jemand findet einen Abfallberg in einem Wald, «dann leiten wir auch solche Anliegen an die richtige Stelle weiter.» Dazu bestelle das Sekretariat auch Kugelschreiber, Druckerpapier und ja – ganz klassisch – die Bohnen für die Kaffeemaschine, ergänzt Konstanze May.
Beide sind gekommen, um zu bleiben
Die Dortmunderin war in Deutschland Zivilstandsbeamtin, pendelte aber regelmässig nach Bern. So lernte sie die Stadt kennen und schätzen, noch bevor sie erstmals von der Burgergemeinde hörte. Die Menschen hier seien offen und überhaupt nicht engstirnig, meint sie. Auch wichtig: «Der Dialekt ist zum Glück langsamer als anderswo …» Lea Bongni kennt die Burgergemeinde hingegen bereits seit ihrer Lehrzeit. Die Seeländerin hat hier die kaufmännische Ausbildung gemacht und ist nach einem Jobangebot geblieben. «Vor den Sommerferien war ich noch Lernende, danach schon Berufsbildnerin.» Sie mag es, ihr Wissen den Lernenden von heute weiterzugeben. Zu dieser Aufgabe gehören für sie und Konstanze May auch der Kontakt mit anderen Stellen. Mit Kommissionen etwa, für die sie mehr als nur Sitzungsprotokolle erstellen. Oft gehe es auch darum, Unterlagen zusammenzutragen oder Personen an Termine zu erinnern. Das sei nicht böse gemeint, die Behördenmitglieder machten das alles ehrenamtlich und nicht als Hauptjob.
Keine sucht das Rampenlicht
Im Gespräch wird schnell klar: Konstanze May und Lea Bongni verstehen sich gut und ticken ähnlich. Beide mögen es gerne strukturiert: «Hätten wir ein Chaos auf dem Pult, wär's auch eines im Kopf», lachen sie. Bei aller unaufgeregten Arbeit im Hintergrund stellt Konstanze May klar: «Wir erhalten genügend Wertschätzung. Das ist schön!» Und Lea Bongni ergänzt: «Mehr Aufmerksamkeit brauche ich in meinem Job gar nicht.» Hauptsache ist, dass es einfach funktioniert.