Tiger in Schweizer Wäldern

Publiziert: 07.05.2018
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In Schweizer Wäldern wird während der Holzernte regelmässig ein Tiger gesichtet. Der Königstiger T30 erleichtert als Raupenvollernter die Waldarbeiten, reduziert das Arbeitsrisiko und minimiert negative Auswirkungen für den Wald.

Wenn in burgerlichen Wäldern Bäume gefällt werden, ist regelmässig ein Tiger daran beteiligt. Der Königstiger der Woodex AG ist ein Raupenvollernter. Dieser kann maschinell Bäume fällen, entasten und zuschneiden. Dabei ist er ungefähr 10-20 mal schneller als ein Forstarbeiter mit Motorsäge! Besonders im Sturmholz oder an kranken Bäumen kann der Königstiger das Unfallrisiko für Forstarbeiter stark reduzieren. Splittert das Holz, fällt der Baum falsch oder löst sich ein Ast, befinden sich alle Arbeiter ausserhalb des Gefahrenbereichs. Die Burgergemeinde Bern setzte 1999 bereits den ersten Königstiger ein. Er erwies sich in der Aufarbeitung des Sturmholzes nach Lothar als eines der sichersten und effizientesten Verfahren. Heute stehen auf den Flächen, die damals aufgearbeitet wurden wieder junge Wälder mit Baumhöhen von 15 bis 20 Metern.

Auch der Wald profitiert vom Königstiger. Dank breiten Raupen belastet der Königstiger den Waldboden kaum, da sein Gewicht auf eine grosse Fläche verteilt ist. Ein Königstiger weist weitere Vorteile auf. Dank seinem Greifarm, kann er bis zu 15m in den Wald hineingreifen. Daher muss der Tiger einen grossen Teil des Waldes nicht befahren! Ein weiterer Faktor, der dem Boden zugute kommt. Mit seinem Greifarm kann er gefällte Bäume zudem mit Leichtigkeit über Jungbäume hinwegheben und damit den Nachwuchs unserer Wälder optimal schützen.

Mit seinen Raupen ist der Königstiger sehr geländegängig. Bis zu 60% Steigung bereitet ihm keine Probleme. Mit einer Stahlwinde gesichert kann er sogar in noch steilerem Gelände arbeiten. Der Königstiger erschliesst dadurch Wälder, die bisher sehr mühsam und gefährlich von Hand gepflegt werden mussten.

Um einen Vollernter fahren zu können braucht es einiges an Übung. Rund 10‘000 Arbeitsstunden sind nötig, um den Königstiger sicher und produktiv steuern zu können. Dies entspricht mehr als fünf Jahren Arbeitszeit! Der Forstbetrieb der Burgergemeinde Bern ist sich dessen bewusst und bildet aktuell seinen eigenen Königstigerfahrer in Deutschland aus - eine der einzigen Ausbildungsstätten für professionelle Vollernterfahrer im deutschsprachigen Raum. Vollernterfahrer erfordert neben Übung auch viel Wissen. Von der Hydraulik- und Motorentechnik, über die Bodenphysik bis zur optimalen Arbeitsorganisation und Kalkulation werden Vollernterfahrer in Arnsberg geschult. Der burgerliche Forstwart, Markus Rufener, absolviert als zweiter Schweizer überhaupt eine solche umfassende Vollernterausbildung. Dabei wird auch auf Simulatoren jeder Handgriff und jede Maschinenbewegung trainiert. Schliesslich geht es darum im Wald mit schonendstem Verfahren und möglichst geringem Energieverbrauch Licht für die nächste Waldgeneration zu schaffen und klimataugliche Wälder heranzupflegen.

Heute ist die Burgergemeinde Bern an der Woodex AG beteiligt - und damit Mitinhaberin des einzigen Königstigers in der Schweiz. Bereits ist Gesellschaft in Aussicht. Die Woodex AG hat auf Anfangs 2019 einen Königstiger T40 bestellt. Dieser Vollernter bringt weitere Vorteile - ist er dank eines Stammhalters in der Lage Bäume stehend abzuschneiden, aus dem Wald zu heben und erst in der Rückegasse abzulegen. Dies schont den Jungwald zusätzlich. Die neuen Schlüsseltechnologien stehen somit direkt vor der Tür - die Burgergemeinde Bern ist Teil davon.

Bärner Müschterli

Gigele und gugle mit bärnischi Anekdote, erzellt vom J. Harald Wäber.

Bärner Müschterli

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