Weniger, aber modernere Wohnungen und Pflegeplätze - Die Burgergemeinde Bern strukturiert ihre Alters- und Heimpolitik neu

Publiziert: 31.10.2006

Die Burgergemeinde Bern führt ihre eigenständige Alters- und Heimpolitik fort, reduziert das Platzangebot in den burgerlichen Heimen aber auf rund 180 Plätze (heute 290). Dieser Schritt kommt der aufgrund der demografischen Entwicklung zu erwartenden Überkapazität von rund 100 Plätzen zuvor. Burgerspital und Burgerheim werden 2009 zusammengeführt und baulich modernen Anforderungen angepasst.

Die Burgergemeinde Bern hat ihrer Alterspolitik seit jeher grossen Stellenwert eingeräumt. Um den Anforderungen der Bewohner, der Mitarbeitenden und des Marktes auch in Zukunft gewachsen zu sein, muss sie aber künftige Entwicklungen stets sorgfältig beurteilen. Und diese Entwicklungen zwingen zum Handeln.

Status quo nicht mehr tragbar

Bei der Weiterführung des jetzigen Betriebs müssten sich beim Burgerheim und beim Burgerspital verschiedene ernsthafte Probleme ergeben:

Überkapazität: Aufgrund der demographischen Entwicklung ist mit einer Stagnation der Anzahl Heimbewohnerinnen und Heimbewohner zu rechnen; damit würden die beiden Heime in Zukunft eine Überkapazität von rund 100 Plätzen aufweisen.

Kosten: Die ungenügende Kostendeckung und der – bei Fortführung des heutigen Platzangebots – hohe Investitionsbedarf würden die Burgergemeinde finanziell über Gebühr belasten. Ein Verzicht auf umfassende Investitionen müsste aber angesichts des zu erwartenden Konkurrenzdrucks bei Alters- und Pflegeheimen zu einem Schwund an Bewohnern führen, da kein zeitgemässer Standard mehr angeboten werden könnte.

Zwei Heime, eine Leitung

Die Burgergemeinde reduziert daher das Angebot und wird inskünftig für 180 Burgerinnen und Burgern altersgerechte Zimmer und Wohnungen anbieten. 55 Plätze sind für wirtschaftlich schwächere Personen reserviert.

Burgerheim: Das Burgerheim wird künftigen Anforderungen angepasst und in eine moderne, altersgerechte Seniorenresidenz mit Wohnungen und Pflegeeinheiten umgewandelt. Es ist mit Investitionen in der Höhe von 29 Millionen Franken zu rechnen.

Burgerspital: Am Standort des Burgerspitals wird grundsätzlich festgehalten. Die künftige Nutzung ist noch Gegenstand von Diskussionen. Frei werdende Räumlichkeiten im Burgerspital sowie das Schwesternhaus und die unterirdischen Ebenen werden anderweitig vergeben. Neben einer kommerziellen ist dabei auch eine soziale Nutzung oder die Einrichtung eines „Hauses der Generationen" denkbar.

Heimleitungen und Direktionen des Burgerspitals und des Burgerheims werden Anfang 2009 zusammengeführt.

Frist bis 2012

Die beschlossenen Massnahmen, die bis 2012 umgesetzt werden, bringen eine Reihe von Vorteilen. Die vereinfachten Strukturen in der Verwaltung schaffen Synergien und vermindern die Kosten. Der Wohnkomfort wird deutlich zunehmen. Eine zeitgemässe Einrichtung wird es den Bewohnern auch in Zukunft ermöglichen, beste Betreuung zu erfahren und gleichzeitig am sozialen und kulturellen Leben der Stadt Bern teilzunehmen.

Negative Auswirkungen auf Bewohner und Mitarbeitende sollen durch eine umsichtige Planung minimiert werden. Temporäre Umplatzierungen von Bewohnern sollen nach individueller Absprache und möglichst innerhalb des Burgerheims erfolgen. Die angestrebte Anzahl Bewohnerinnen und Bewohner soll durch die Nichtbesetzung frei werdender Plätze bis zum Ende der Umstrukturierung 2012 erreicht werden. Der geringere Bedarf an Mitarbeitenden (Reduktion von ca. 190 auf 125 Stellen) wird im gleichen Zeitraum durch Pensionierungen, Möglichkeiten zur Frühpensionierung und freiwillige Abgänge ausgeglichen. Sollte es dennoch zu vereinzelten Kündigungen kommen, wird ein Sozialplan bereitgestellt.

Eine professionelle Projektleitung steuert und beaufsichtigt die Zusammenführung so-wie den Aus- und Umbau im Sinne eines Gesamtprojekts.

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