Der Kulturpreis 2010 der Burgergemeinde Bern geht an das Swiss Jazz Orchestra

Publiziert: 23.02.2010

Der Kulturpreis 2010 der Burgergemeinde Bern – mit 100'000 Franken einer der grössten Kulturpreise der Schweiz und zum 22. Mal ausgerichtet – geht an das Swiss Jazz Orchestra (Bern). Dies, wie es in der Laudatio heisst, „in Anerkennung des leidenschaftlichen Engagements, mit welchem es einem kleinen Kreis von Jazz-Begeisterten innerhalb weniger Jahre gelungen ist, in Bern eine Big Band von beeindruckender Qualität zu formen“.

Das „Swiss Jazz Orchestra“ (SJO) wurde 2003 mit der ambitionierten Zielsetzung
gegründet,

  • eine Big Band auf höchstem Niveau zu formen, welche die talentiertesten jungen Jazzmusiker der Schweiz vereint und international mithalten kann,
  • die Basis für regelmässige Konzertauftritte zu schaffen – in einer Intensität, einem Rhythmus und einer Atmosphäre, die für die Schweiz einmalig sind,
  • diese Basis zudem als Plattform für hochbegabte junge Jazzmusiker, zur Realisierung von Projekten, die der Qualitätsentwicklung und der Anerkennung in der Jazzwelt dienen und zur Entfaltung einer Breitenentwicklung zu nutzen.

     

Eine Erfolgsgeschichte

Das Konzept ist für Europa einmalig. Eine Big Band-Konzertsaison von vergleichbarer Dichte und Qualität während acht Monaten im Jahr gibt es neben New York nur noch in Bern. Ursprünglich stand zur Diskussion, die SJO-Auftritte in der Schweiz auf verschiedene Standorte aufzuteilen. Es wurde aber entschieden, sich auf Bern zu konzentrieren, um das Potential der auch nach internationalen Massstäben herausragenden Band an einem Ort voll auszuschöpfen.
Die Besucherzahlen konnten stetig gesteigert werden und liegen gegenwärtig mit durchschnittlich über 120 Besuchern pro Konzert auf einem für Jazzveranstaltungen aussergewöhnlichen Niveau. Die Montagskonzerte im Bierhübeli schufen die Basis für wichtige und erfolgreiche Projekte. Bis heute sind 6 CD’s entstanden.


Internationaler Ruf

Internationaler Ruf entsteht aus regelmässiger Zusammenarbeit mit bekannten Bandleadern, Arrangeuren und renommierten Musikern, welche als „Special Guests“ für das SJO eine echte Herausforderung darstellen. Die Liste solcher Kooperationen ist bereits lang und illustriert das in kurzer Zeit erreichte erstaunlich hohe Niveau der Band. Zu nennen sind eine internationale Konzerttournee mit Phil Woods sowie Auftritte mit George Gruntz und anderen erfolgreichen Solisten wie Buddy de Franco, Rob Pronk, Sandy Patton, Franco Ambrosetti, Francis Coletta, Bert Joris, Andy
Scherrer etc.

Seit seinem Bestehen hat das SJO gegen 300 Konzerte bestritten, davon gegen 200 im Rahmen der Berner Big Band Nights. Die rund 100 Auswärtsauftritte führten an Jazz-Festivals im In- und Ausland oder waren Teil des „Buebetröim“-Programms mit Einsätzen bei grossen Veranstaltern, vom Berner Gurtenfestival über das Schweizer Fernsehen bis nach Wien.


Bescheidene Gagen

Die Stammformation des SJO umfasst 21 Musiker mit Einschluss von „festen Zuzügern“ bei der Rhythm Section je nach thematischem Schwerpunkt (mit Gitarre, EBass, Perkussion). Dazu kommt eine ähnliche Zahl sogenannter „Substitutes“: Talentierte oder schon bestandene Musiker, die mehr oder weniger regelmässig als vollwertige Stellvertreter auf einzelnen Positionen eingesetzt werden können.

Das Gros dieser Berufsmusiker stammt aus dem Raum Bern und hat in der Regel die Berufsschule der Swiss Jazz School absolviert. Alle diese Jazzmusiker sind vielseitig engagiert. Sie müssen es sein, nicht nur, weil sie vom SJO nicht leben könnten (die Gage für ein Montagskonzert inklusive Probe beträgt
150 Franken), sondern auch, weil sie ohne eine intensive Solistentätigkeit in verschieden Bands, meist auch mit einer eigenen Band, die Anforderungen des SJO nicht erfüllen könnten.

Weg in die Zukunft

Musikalisch ist der Weg in die Zukunft klar vorgezeichnet. Die Montagskonzerte sollen als zentrales Fundament erhalten bleiben, wobei auch das bedeutende Innovationspotential genutzt wird. Trotz finanzieller Grenzen sollen künftige Projekte gezielt darauf ausgelegt werden, dem Orchester vermehrt international Geltung zu verschaffen; so werden Kooperationen angestrebt, die weitere Konzerttourneen im Ausland ermöglichen.

Die Preisverleihung findet am 13. September 2010 statt.
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