Burgerspital: Altersresidenz und offenes Haus - Die Burgergemeinde Bern konkretisiert ihre Alters- und Heimpolitik

Publiziert: 27.02.2007

Seit Oktober 2006 ist bekannt, dass die Burgergemeinde Bern einerseits ihre eigenständige Alters- und Heimpolitik ausdrücklich fortführen, anderseits aber das Platzangebot im Burgerheim und im Burgerspital den burgerlichen Heimen (qualitative und quantitative Anpassung des Angebots an Bedarf und Markt) reduzieren will. Das neue Konzept – das unter anderem eine Mischnutzung im Burgerspital vorsieht - ist nun sowohl vom Kleinen als auch vom Grossen Burgerrat genehmigt worden.

 Damit werden die folgenden Projekte weiter verfolgt:

  • Mischnutzung des Burgerspitals; neben das Wohngruppenmodell mit mindestens 32 modernen Wohn-und Pflegeeinheiten tritt neu eine im Detail noch zu definierende kommerzielle Nutzung (denkbar sind Arztpraxen, Therapieangebote, Kanzleien, Beratungsstellen, ein Restaurant usw.). Zudem wird ein „aus der Generationen„mit niederschwelligen Angeboten (Beratungen, Therapie, Kindertagsplätze, Treffpunkte usw.) ins Auge gefasst.
  • Umbau des Burgerheims zu einer Seniorenresidenz mit einem modernen, alters- und damit marktgerechten Angebot (80 Wohnungen und 64 Pflegewohneinheiten).

Burgerspital: „Ein Markstein"

Damit bleibt das Burgerspital – zumindest teilweise – Altersresidenz. Die burgerlichen Behörden begründen diesen Entscheid zum einen mit der Tradition. Der „pittel" ist seit Jahrhunderten eine soziale Institution. Das soll so bleiben. Das Burgerspital soll aber geöffnet und dank einer Mischnutzung ins städtische Leben integriert werden. Damit wird mitten in Bern „in Markstein" gesetzt, welcher der Geschichte des Burgerspitals und der Burgergemeinde würdig ist.

Burgerheim: Moderne Seniorenresidenz

Das Burgerheim wird zu einer modernen, altersgerechten Seniorenresidenz (mit 80 Wohnungen und 64 Pflegewohneinheiten) umgebaut.

Geplant sind:

  • der Umbau des Hochhauses, des Scheibenhauses und des Westbaus
  • der Neubau eines Speisesaales im Innenhof und
  • ein neuer Mehrzwecksaal im heutigen Speisesaal.

Heimleitungen und Direktionen des Burgerspitals und des Burgerheims werden Anfang 2009 zusammengeführt.

Konkurrenz, Kosten und Überkapazität
Die nun getroffenen Entscheide wurden aus der Erkenntnis heraus gefällt, dass die bestehende und wachsende Konkurrenz sowie Kosten- und Kapazitätsfragen zum Handeln zwingen:

Die ungenügende Kostendeckung und der – bei Fortführung des heutigen Platzangebots – hohe Investitionsbedarf müssten die Burgergemeinde finanziell über Gebühr belasten. Und aufgrund der demographischen Entwicklung ist mit einer Stagnation der Anzahl Heimbewohnerinnen und Heimbewohner zu rechnen; damit würden die beiden Heime in Zukunft eine Überkapazität von rund 100 Plätzen aufweisen.

Der Planungskredit
Der Grosse Burgerrat hat am 26. Februar 2007 einen Planungskredit von 1,5 Mio. Fr. gesprochen.

Der Zeitplan

Aufgrund der provisorischen Projektplanung wird mit folgenden Meilensteinen gerechnet:

1. Quartal 2008:
Genehmigung des Bauprojektes und des Kostenvoranschlags durch den Kleinen Burgerrrat.

Genehmigung des Bauprojektes und des Kostenvoranschlags durch den Grossen Burgerrrat.

2. Quartal 2008:

Genehmigung Bauprojekt und Krediterteilung durch das Burgervolk.

3./4. Quartal 2008:

Baubeginn Burgerheim

1. Quartal 2010:

Baubeginn Burgerspital

3./4. Quartal 2012:

Abschluss der Bauarbeiten

Deutliche Signale

Mit dem nun gefällten Entscheid signalisiert die Burgergemeinde Bern, dass sie:

  • die betagten Burgerinnen und Burger und das Leitbild ernst nimmt: Die Alterspolitik hat einen hohen Stellenwert für die Burgergemeinde
  • eine zukunftsgerichtete Alterspolitik anstrebt: Das Burgerheim soll als Senioren-residenz für den Mittelstand wieder eine erste Adresse werden. Das Burgerspital wird mit der Öffnung und der neuen Mischnutzung in das städtische Leben integriert und städtisches Leben wird in das Burgerspital gebracht
  • mit der Mischnutzung im Sinne eines Hauses der Generationen ein visionäres Konzept umsetzt. Wohn- und Pflegeplätze werden im Burgerspital umso attraktiver, je vielseitiger das Angebot dort ist
  • durch die Zusammenlegung der Altersbetriebe und ihrer Führung die Vorausset-zungen für die Eigenwirtschaftlichkeit des Burgerheims und des Burgerspitals schaffen will.
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