Schuhmachern

Die Schuhmacher erschienen erstmals als berufliche Korporation in der grossen Handwerkordnung der Stadt Bern vom 1. April 1373. Das Gesellschaftshaus wurde Mitte 15. Jahrhundert am gegenwärtigen Standort an der Marktgasse 13 beziehungsweise der Amthausgasse 8 errichtet.

Löwe, schwarzer Steifel

Auffallend ist, dass den Berner Schuhmachern früher von der Obrigkeit nur wenige handwerkliche Vorschriften gemacht wurden. So gaben sie sich ihren eigenen Preis-Tarif und liessen sich in der Gestaltung der Stiefel, Bund-, Schnür-, Frauen- und Kinderschuhe auch durch modefeindliche Mandate nicht viel dreinreden.

Das Gesellschaftshaus wurde 1424–27 am gegenwärtigen Standort (Marktgasse 13 bzw. Amthausgasse 8) errichtet. Nach mehreren Umbauten im 18. und 19. Jahrhundert erhielt es 1971–73 seine heutige Form als modernes Geschäftshaus. Selbst der grosse Saal ist neuzeitlich gestaltet und mit Wandteppichen geschmückt.

Verdienstvolle Gesellschaftsangehörige waren u.a.: Sigmund Freudenberger (1745–1801), Berner Kleinmeister, Kunstmaler und Radierer; Pfarrer David Müslin (1747–1821), Dekan am Münster; Pfarrer Johann Rudolf Gruner, der u.a. die Burgdorfer «Solennität» initiierte; Johann Friedrich Trechsel, Mathematiker; Carl Emanuel Brunner (1796–1867), Professor der Chemie, Stifter des Chemischen Instituts der Universität Bern, Landschaftsmaler; Carl Friedrich Brunner (1823–1914), Professor der Physik, Eidgenössischer Telegrafendirektor, k.u.k Telegrafendirektor, Hof- und Ministerialrat und Fürsprecher; Samuel Friedrich Rudolf Brunner (1827–1894), Dr. iur.h.c. der Universität Zürich, Grossrat, Nationalratspräsident.

Mit etwa 600 Angehörigen zählt Schuhmachern zu den kleineren Gesellschaften.

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