Schiffleuten

Die Gesellschaft zu Schiffleuten entstand gegen Ende des 14. Jahrhunderts aus dem Zusammenschluss von Fischern, Schiffmännern, Schiffmachern und Flössern. Wohl weil Fischer nicht als Handwerker, sondern als Waidleute galten, hiessen das um 1390 erworbene Zunfthaus und damit die Gesellschaft von Anfang an „zu den Schiffleuten“.

Ruder, Zacken

Die erste schriftliche Erwähnung einer Fischergesellschaft findet sich 1342. Neben den Fischern, Schiffmännern, Schiffmachern und Flössern gehörten meistens auch die auf die Wasserkraft in der Matte angewiesenen Sager und Schleifer zur Gesellschaft. Bei Schiffleuten zünftig waren ebenfalls zahlreiche Bader und Chirurgen („die Schärer“).

Die Stubengesellen bauten in der Matte eine grosse Zahl von Schiffen für das ganze damalige bernische Staatsgebiet, aber auch für Kunden an der Limmat und am Rhein. Sie besorgten noch im 18. Jahrhundert mit ihren Schiffen Transporte von Bern oder Nidau nach Brugg und Zurzach. Am öffentlichen Fischmarkt zuunterst an der Kramgasse versorgten sie die Stadtbevölkerung mit Fischen, welche sie von ihren Kollegen am Thuner- und Bielersee bezogen.

Neue Berufe gesucht

Wegen der Übernutzung der Wälder im Mittelland wurde der Schiffbau mehr und mehr eingeschränkt und verlagerte sich nach Därligen, Yverdon und an die untere Aare. Deshalb suchten schon im 17. Jahrhundert die Stubengesellen Beschäftigung als Beamte, Notare oder Pfarrherren, oder mussten ein anderes Handwerk erlernen. Der letzte bei Schiffleuten zünftige Schiffmann starb 1856.

Am 1. Januar 2013 zählte die Gesellschaft zu Schiffleuten 354 Gesellschaftsangehörige und ist damit immer noch die kleinste Gesellschaft der Burgergemeinde Bern.

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