Ober-Gerwern

Die Gesellschaft zu Ober-Gerwern ist aus der mittelalterlichen Zunft der Gerber und Lederhändler und insbesondere aus der Vereinigung der Oberen und der Niederen Gerber im Jahre 1578 hervorgegangen. Zusammen mit der Schwesterzunft zu Mittellöwen war «Ober-Gerwern» eine der vier Vennerzünfte.

Schwarzer Löwe mit Gerbermesser

Anfänglich an der unteren Gerechtigkeitsgasse tätig, mussten die Gerber schon früh in den alten Stadtgraben südlich des Zeitglockens («Gerberngraben», heute Parking Casino), später auch in die Matte (Gerberngasse) umziehen, da ihr Gewerbe den Stadtbach verunreinigte und Geruchsbelästigungen verursachte.

Um 1423 erwarben die Ober-Gerwern ihr Zunfthaus am aufgefüllten Stadtgraben oberhalb des Gerberngrabens. 1565–67 liessen sie es von Grund auf neu bauen (heute Theaterplatz 2, mit dem markanten «Gerbernturm»). Damit demonstrierten sie die wirtschaftliche Kraft des Ledergewerbes, der weitaus einträglichsten «Export-Industrie» im mittelalterlichen Bern. 1806 bezogen sie das heutige Gesellschaftshaus Marktgasse 45 bzw. Amthausgasse 28, welches 1965–68 durchgreifend erneuert wurde. Hauszeichen und Wappentier war und ist ein schwarzer Löwe.

Berühmte Stubengenossen

Mehrere bedeutende Berner wie der Künstler und Staatsmann Niklaus Manuel, der Gründer der bernischen Post, Beat Fischer, sowie der Naturforscher und Dichter Albrecht von Haller waren Stubengenossen dieser Gesellschaft.

Wer noch mehr über die Gesellschaftsgeschichte wissen möchte, kann das Buch von Christoph von Steiger, "Die Gesellschaft zu Ober-Gerwern", das 1997 im Stämpfli-Verlag erschienen ist, beim Sekretariat der Gesellschaft erwerben: Bundesgasse 16, 3011 Bern, Tel. 031 311 18 55.

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