Mohren

Die Zunft zum Mohren wird erstmals 1383 erwähnt. 1423 ist von einem Gesellschaftshaus die Rede, und von 1460 stammen die ersten Statuten. Mohren war die Zunft der Schneider und Tuchscherer. Das Gesellschaftshaus Kramgasse 12/Rathausgasse 9 stand schon 1474 an derselben Stelle.

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Das Meisterbott der Zunft zum Mohren, der Zunft der Schneider und Tuchscherer, kontrollierte das Handwerk: Es wachte über dessen gute Ordnung, verteidigte seine Interessen gegen nichtzünftige Konkurrenten (z.B. hugenottische Flüchtlinge) und leitete insbesondere die Ausbildung, d.h. das Lehrlings- und Gesellschaftswesen.

Das Gesellschaftshaus Kramgasse 12/Rathausgasse 9 stand schon 1474 an derselben Stelle. Das heutige Vorderhaus stammt jedoch von 1693, das Hinterhaus von 1748 und der steinerne Mohr als Hauszeichen an der Kramgasse aus dem 17. Jahrhundert.

Die Zunft besitzt 17 silberne Trinkgeschirre – darunter insbesondere mehrere charakteristische "Mohren-Becher" aus dem 16. bis 19. Jahrhundert – sowie eine der ältesten bernischen Zunftfahnen, die gestickte "Mohren"-Fahne aus dem 16. Jahrhundert.

Bekannte Persönlichkeiten aus der Geschichte der Zunft zum Mohren sind unter anderen Lienhard Tremp (1480-1561), Schwager von Zwingli und Förderer der Reformation in Bern, Hans Jakob Düntz (1580-1649), Glasmaler und Chorweibel, Grossvater des Porträtisten und Landschaftsmalers Johannes Düntz (1645-1736), und Dr.h.c. Gertrud Kurz (1890-1972), „Flüchtlingsmutter".

Heute gehört Mohren mit 1088 Zunftangehörigen zu den mittelgrossen Zünften. Partner-Schneiderzünfte der Zunft zum Mohren Bern finden sich in Zürich, Basel, Zug und Schaffhausen.

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