Mittellöwen

Um 1430/40 erscheint neben den Ober- und den Nieder-Gerbern eine dritte Gerbernstube. Weil ihr Haus in der Mitte zwischen den beiden älteren Stuben gelegen war, wurde sie «Zum Roten Löwen» oder auch «Zu Mittellöwen» genannt. Alle drei zusammen bildeten die Gerbern-Vennerzunft.

Roter Löwe, Gerbermesser

In seiner «Geschichte der Berner Zunft zu Mittellöwen» (1984) bezeichnet Urs Martin Zahnd diese Zunft als um 1450 voll ausgebildete Gerbernstube. Die älteste erhaltene Original-Urkunde, die sich auf die Stube zum Roten Löwen bezieht, geht auf 1467 zurück.

Nach Zahnd handelt es sich bei Mittellöwen vorwiegend um einen Zusammenschluss von erfolgreichen Kaufleuten und Adligen, die durch Beitritt in diese Vennerzunft den Einstieg in die politische Ämterlaufbahn (Venner, Säckelmeister, Schultheiss) suchten.

Zu dieser wirtschaftlichen und politischen Oberschicht (u.a. Bartholomäus May, Adrian von Bubenberg) stiessen im Laufe der Zeit Künstler (u.a. Glasmaler Hans Noll, die Maler Josef Werner und Rudolf Münger) und Wissenschaftler (so der Nobelpreisträger Theodor Kocher).

Die früheren Stuben befanden sich in Zunfthäusern an der Kramgasse. 1722 erwarb Mittellöwen den «Falken». Er war ursprünglich Privathaus mit Tavernenrecht, dann Berner Sitz der Bischöfe von Lausanne, nach der Reformation Gasthof und nach Renovationen 1732/66 als «Hotel du Faucon» erstes Haus am Platz. 1905/08 erfolgte der Umbau zum Geschäftshaus.

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