Haus am Tavelweg 8 aus Dornröschenschlaf erwacht

Publiziert: 29.10.2016

Erstrahlt wieder in neuem Glanz: das Haus am Tavelweg 8

Die denkmalgeschützte Liegenschaft am Tavelweg 8 im Zentrum von Muri, welche die Burgergemeinde Anfang Jahrtausend durch eine Schenkung erhielt, erstrahlt nach ihrer notwendig gewordenen Sanierung wieder in neuem Glanz. Im Rahmen des aufwändigen Umbaus wurde nicht nur das historisch wertvolle Gebäude erhalten, sondern wurden in ihm auch zwei moderne Wohneinheiten erstellt. Anfang November konnten zwei Familien das stilvolle Gebäude beziehen.

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2 / 4 Der grosse Gartenbereich war ursprünglich unterteilt in einen Gesellschafts- und einen Nutzgarten für Gemüse und Kräuter.
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3 / 4 Die hölzerne Spalierwand zur Nachbarparzelle wurde originalgetreu erstellt und bepflanzt.
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4 / 4 Die Sanitär-, Heizungs- und Elektroinstallationen mussten von Grund auf neu erstellt werden, dies unter Einhaltung der Auflagen seitens der kantonalen Denkmalpflege.

TEXT: CHRISTOPHE CHATELET; BILD: RETO WIRZ

Im Jahr 2001 wurde die Burgergemeinde Bern durch eine Schenkung Eigentümerin der Muriger Liegenschaft. Als die Domänenverwaltung 2010 Zutritt zum Gebäude erhielt, bot sich vor Ort ein märchenhaftes Bild. Die Zeit schien im Ende des 19. Jahrhundert erbauten Haus stehen geblieben zu sein. Es zeigte sich jedoch schnell, dass eine Sanierung notwendig ist. Die Sanitär-, Heizungs- und Elektroinstallationen mussten von Grund auf neu erstellt werden, dies unter Einhaltung der Auflagen seitens der kantonalen Denkmalpflege. Da die Liegenschaft bereits mehrere Jahre leer gestanden hatte, wurde das Haus zudem bauphysikalisch gründlich untersucht. Die umfangreichen Sondierungen brachten denn auch erhebliche Schäden zutage, welche weiter aufwändige Sanierungsmassnahmen am Gebälk, Dach und Mauerwerk zur Folge hatten. Den Reiz des Hauses trotz aller anstehenden Eingriffe zu erhalten, stellte eine grosse Herausforderung dar.

Ein Fall für den Bereich Immobilienprojekte
Das anspruchsvolle Bauprojekt wurde durch den Fachbereich Immobilienprojekte der Domänenverwaltung geleitet. Die dort erstellte Potenzialanalyse ergab, dass die Realisierung zweier Familienwohnungen mit grossem Gartenbereich wirtschaftlich und gesellschaftlich die langfristig optimale Lösung ist. An der alten Bausubstanz liess sich zudem schon im Vorfeld ablesen, dass das Haus ursprünglich von mehreren Parteien bewohnt worden war. Das Berner Architekturbüro 3B-Architekten AG bekam den Zuschlag zur Realisierung des Bauprojekts. Von Beginn an dabei war die Denkmalpflege des Kantons Bern. Wegen der historischen Bedeutung der Liegenschaft leistete diese einen finanziellen Projektbeitrag. Im dreistöckigen Gebäude wurden schliesslich zwei einzigartige Maisonettewohnungen erstellt, in welchen nun ein gelungenes Zusammenspiel von Alt und Neu herrscht: Die modernen Wohnmodule Küche, Bad und Treppenaufgänge harmonieren mit historischen Bauelementen wie wertigen Parkettböden, wandhohen Täfer-Paneelen oder originalen Kachelöfen.

Aufwertung des Gartens
Der grosse Gartenbereich war ursprünglich unterteilt in einen Gesellschafts- und einen Nutzgarten für Gemüse und Kräuter. Die jetzige Instandstellung des in den letzten Jahrzehnten völlig verwilderten Gartens folgte dem historischen Konzept – in moderner Interpretation. Der frühere Nutzgarten hinter dem Haus wurde neu für beide Parteien angelegt, die hölzerne Spalierwand zur Nachbarparzelle originalgetreu erstellt und bepflanzt. Der historische Gesellschaftsgarten bietet nun beiden Wohnparteien einen Gemeinschaftsteil, hier steht auch der alte Schalenbrunnen. Weiter wurden wohnungsbezogene, private Aufenthaltsplätze realisiert.

Mit der Sanierung am Tavelweg 8 ist es gelungen, bewusstes Engagement für den Erhalt historischer Bausubstanz mit wirtschaftlichen Grundsätzen in Einklang zu bringen, dies gemäss aller Kosten- und Terminvorgaben. Sowohl der ursprünglichen Schenkungsabsicht, welche den Erhalt der Liegenschaft ins Zentrum stellte, als auch der Erfüllung moderner Wohnbedürfnisse konnte entsprochen werden.

Bärner Müschterli

Gigele und gugle mit bärnischi Anekdote, erzellt vom J. Harald Wäber.

Bärner Müschterli

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