Radius 20 – für Bernerinnen und Berner, die sich um ihren ökologischen Fussabdruck sorgen

Publiziert: 05.11.2018

Holz, 20 Kilometer um das Bundeshaus gewachsen, geerntet und verarbeitet – das ist Radius 20. Die Burgergemeinde hat das neue Label für all diejenigen lanciert, denen die Herkunft ihres Holzprodukts wichtig ist und die ihren ökologischen Fussabdruck möglichst klein halten wollen.

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1 / 8 Aus diesem Baum wird R20-Holz
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3 / 8 Der Stamm wird maschinell entastet.
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4 / 8 Den Waldboden schonender Abtransport des geernteten Holzes.
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5 / 8 Der Baumstamm wird maschinell gesägt.
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6 / 8 Das Holz wird seinem Verwendungszweck entsprechend während mehrerer Wochen getrocknet.
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7 / 8 Das Holz wird teils in einer speziellen Vorrichtung getrocknet.
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8 / 8 Dieses Siegel garantiert für nachhaltiges Holz aus der Umgebung von Bern.

TEXT: MARTIN GRASSL UND STEFAN FLÜCKIGER; BILD: MARTIN GRASSL

Zu Urgrossvaters Zeiten war es selbstverständlich, dass die Holzmöbel daheim wie Tische, Betten, Schränke oder Stühle in der Nähe gefertigt wurden und das verwendete Holz aus heimischen Wäldern stammte. Tempi passati, heute wird über die Hälfte des Holzes, welches in der Schweiz verarbeitet wird, importiert – darunter aus Ländern, wo teils kein Wald mehr nachwächst und so Lebensräume dauerhaft zerstört werden. Umdenken tut Not. In Zeiten der Debatte über nachhaltige Lebensweisen betreffend Nahrungsmittelproduktion, Mobilität und Ressourcenmanagement lanciert die Burgergemeinde Radius 20, kurz R20, quasi das AOC-Label für Holzprodukte aus dem «Terroir» im Umkreis von 20 Kilometern rund um das Bundeshaus. Jedes Stück R20-Holz ist in den dortigen Wäldern gewachsen und geerntet worden. Die Herkunft jedes Stücks Holz kann auf die Waldparzelle, teils sogar auf den Wurzelstock genau zurückverfolgt werden. Es wurde somit weder über weite Distanzen transportiert noch aus fragwürdiger Herkunft gewonnen. R20 steht zudem nicht nur für authentische Herkunft, sondern auch für eine moderne, waldschonende und nachhaltige Forstwirtschaft, ganz nach dem Motto «beobachten, pflegen, ernten». Die hohen Standards der Burgergemeinde Bern in der Waldbewirtschaftung gehen übrigens über die Anforderungen anderer Nachhaltigkeitszertifikate hinaus: Die über das gesamte burgerliche Waldgebiet verteilten Altholzinseln, Reservate und gestuften Waldränder sichern die Biodiversität, auf Kahlschlag nach internationalem Massstab wird verzichtet, und es werden ausschliesslich standortgerechte Baumarten verwendet.

Vom Wald in die Sägerei

Bis das heimische Möbelstück in die Wohnung kommt, durchläuft es mehrere Phasen. Die Förster des burgerlichen Forstbetriebs entscheiden im Wald, welche Bäume geerntet werden und damit einer nächsten Baumgeneration Platz machen sollen. Mit bodenschonenden Maschinen werden die Bäume gefällt, entastet und aus dem Wald transportiert. Die knorrigen Riesen trocknen bis zu zwei Jahre an der Luft und verwandeln sich in dieser Zeit zum wertvollen Rohstoff. R20-Holz wird nicht nur innerhalb des genannten Radius’ geerntet, sondern auch dort verarbeitet. Das geerntete Holz aus den burgerlichen Wäldern wie Forst, Grauholz, Gurten-, Bremgarten-, Könizberg-, oder Engewald kommt nach Gümmenen in die Sägerei CS Holz AG, wo es gesägt, gelagert und getrocknet wird. Danach ist es bereit für die Schlussfertigung zum Möbel oder Bauelement wie Klotzbretter oder Böden durch den Möbel- oder Bauschreiner. Mit R20 bietet der Forstbetrieb interessierten Schreinern, Holzbauern, Gartenbauern und Privaten regionales Holz an, das zu einem beliebigen Holzprodukt verarbeitet werden kann.

Stägmattsteg über die Aare aus R20-Holz
Mitte November wurde der sanierte Stägmattsteg der Öffentlichkeit übergeben. Die rund 100 Meter lange Fuss- und Velobrücke wurde 1999 eingeweiht und führt von der Stägmatt in Hinterkappelen über die Aare zur Eymatt und in den Bremgartenwald. Die Holzplanken der mehrheitlich aus Holz erbauten Brücke musste ersetzt werden. Hier kam im Bremgartenwald gewachsenes R20-Holz zur Anwendung. Im Sommer erntete der Forstbetrieb hierfür 120 Bäume. Diese wurden von der CS Holz AG zugesägt und vier Monate lang luftgetrocknet. Das mit der Sanierung betraute Frieswiler Holzbauunternehmen Zbinden sägte anschliessend das getrocknete Holz in Gümmenen bedarfsgerecht zu und überführte es an eine Wohlener Firma, die dessen Oberfläche den Anforderungen entsprechend behandelte. Anfang November erfolgten die direkten Arbeiten mit dem Verbauen des R20-Holzes auf dem Stägmattsteg.

Radius 20

Holz aus der Region, höchstens 20 Kilometer vom Bundeshaus entfernt – das ist Radius 20. Für Menschen, denen
die Herkunft ihres Holzprodukts wichtig ist und die sich um ihren ökologischen Fussabdruck kümmern.

www.forst.bgbern.ch

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