Was die Gewinner des Prix Effort 2018 vorhaben

Publiziert: 08.05.2019

Haben Grosses vor: die Prix Effort- Hauptpreisträger INDIVIDUAL

Der 2017 neu ausgerichtete Preis wurde letzten November auch unter neuem Namen verliehen. Prix Effort heisst, was früher der Jugendpreis war. Mit ihm wurden 2018 fünf Projekte von Jugendlichen ausgezeichnet, Hauptpreisträger war die Pop-Rock-Band INDIVIDUAL. Wie schon im Jahr zuvor wurde auch ein nichtmonetärer Preis, diesmal in Form eines Coachings, ausgerichtet. Das Medaillon hat mit vier Ausgezeichneten gesprochen und Einblick in den aktuellen Stand ihrer Projekte bekommen.

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1 / 18 Haben Grosses vor: die Prix Effort-Hauptpreisträger INDIVIDUAL
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2 / 18 «la feumée» hatte Ende April 2019 Premiere im Berner Generationenhaus.
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3 / 18 Gebannt verfolgt das Filmteam das eigene Werk.
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5 / 18 Die Filmcrew nach der Premiere ...
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6 / 18 ... vor der Leinwand
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7 / 18 Rund hundert Besucherinnen und Besucher kamen zur Uraufführung von «la feumée».
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9 / 18 Newcomer Djibril Vuille im Gespräch mit der Schweizer Filmlegende Rolf Lyssy an der Premiere von «la feumée».
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10 / 18 Aufbauarbeiten der KleinkunstKabühne vor der Premiere Anfang Mai
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11 / 18 Der Sound tönt ...
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12 / 18 ... schon mal gut!
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14 / 18 Die diesjährige Premiere der KleinkunstKabühne mit der Blues-Rock-Psychedelic-Band Bluestone in vollem Gang
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18 / 18 Das Team der KleinkunstKabühne im Progr-Innenhof

 

TEXT: MARTIN GRASSL UND PASCAL MATHIS; BILDER: SIMON STÄHLI

Vom ehrgeizigen Kurzfilmprojekt «la feumée» über die zwei umtriebigen Kleinkunstbühnen «Kultur im Stöckli» und «Kleinkunstkabühne» bis zur heissen Funk-Combo «Frische Fische» kamen vielfältige Projekte in die Ränge. Den mit 10 000 Franken dotierten Hauptpreis des Prix Effort 2018 räumte die ambitionierte Pop-Rock-Band INDIVIDUAL ab.

Der lange Weg zum Kurzfilm

«Wir brauchen mehr Haze», tönt es durch das Waldstück in der Berner Elfenau. Mit «Haze» ist künstlicher Nebel gemeint, der die Stimmung der Szene unterstreichen soll, die an diesem Nachmittag gedreht wird. Es ist der zweitletzte Drehtag von «la feumée». Die rund 10 Jugendlichen, die am Filmset arbeiten, geben weiterhin vollen Einsatz.

«la feumée» ist ein zweisprachiger Kurzfilm, der die bedingungslose Liebe zwischen Mutter und Tochter thematisiert. Die Idee stammt von Drehbuchautor Djibril Vuille. «Im Frühling 2018 haben wir mehrere Dutzend Leute gecastet, um die passenden Schauspieler zu finden», erklärt er. Fortlaufend stiessen Kolleginnen und Kollegen zum Team, nötiges Filmmaterial wurde organisiert und die Dreharbeiten detailliert geplant. So arbeiten nun rund zehn Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren in diesem Waldstück und trotzen dem widrigen Wetter.

«Es ist anstrengend und stressig», erzählt Produzentin Isabelle von Graffenried, bevor sie mit funkelnden Augen anfügt: «Aber es ist auch ‹the time of my life›!» Die Arbeit an dem Kurzfilm sei sehr erfüllend und mache trotz 14-Stunden-Drehtagen riesigen Spass. Die Gymnasiastin investiert wie die anderen involvierten Jugendlichen viel Zeit. Alle haben in der Schule Urlaub erhalten oder im Lehrbetrieb Ferientage geopfert. Liegen manchmal die Nerven blank? «Eigentlich fast immer», lacht die Produzentin. «Aber wir mögen uns alle sehr – das braucht’s.»

Das Engagement des Teams überzeugte vergangenen Herbst die Jury des Prix Effort. Die Jury zeichnete «la feumée» mit einem Spezialpreis aus, womit ein Tonspezialist während der Dreharbeiten die jungen Talente unterstützen konnte. «Ein Glücksgriff», wie von Graffenried betont.

In die Runde gefragt, ist für die meisten beteiligten Jugendlichen klar, wohin sie der berufliche Weg mal führen soll: Von Filmschule und Videoproduktionen ist die Rede, ebenso von anderen künstlerischen Richtungen. Zunächst aber neigt sich der kalte Drehtag dem Ende zu. Das Filmmaterial und die leeren Thermoskannen werden verstaut, das Waldstück vom Abfall befreit, und der künstliche Nebel hat sich mittlerweile auch verzogen.

Szenenwechsel: Ende April, rund dreieinhalb Monate nach den Dreharbeiten, stand im Berner Generationenhaus die Uraufführung von «la feumée» auf dem Programm. Rund hundert Besucherinnen und Besucher applaudierten den Filmemachern zum gelungenen Werk. Das soll aber nicht das Ende sein: Die jungen Macher probieren, den Film bei Festivals im In- und Ausland ins Programm zu bringen. (PM)

Teaser «la feumée» auf Vimeo

 

Knackiger Pop-Rock

Es hat 2018 die Jury begeistert und den mit 10 000 Franken dotierten Hauptpreis abgeräumt: das Pop-Rock-Quartett INDIVIDUAL. Nun erscheinen sie vollzählig zum Gesprächstermin im Burgerspital. Es ist Dienstag, «unser Bandtag», wie Robin Kellenberger strahlend meint. Seit dem Prix Effort-Gewinn ist einiges gegangen, und noch mehr steht unmittelbar bevor. Im Mai und Juni kommen die ersten digitalen Single-Auskoppelungen der EP «Layers» heraus, die im Laufe des Sommer komplett erscheinen wird. «Unser Wunsch ist natürlich, unsere Songs in den Playlists von Spotify unterzubringen und viel im Radio gespielt zu werden.»

Die Aufregung vor dem Release ist der Band gut anzumerken. Mittlerweile können die Vier auf einen professionellen Support für ihre hoch gesteckten Ziele durch ein Zürcher Indie-Label zählen, mit dem sie erst gerade einen Dreijahresvertrag abgeschlossen haben. Zurzeit wird gar eine Kooperation mit einem affiliierten Londoner Label diskutiert. Gemeinsam ist man nun auch auf der Suche nach einer geeigneten Booking-Agentur. Der grosse Test sind natürlich die Auftritte. Und die Reaktionen ihrer Fans, gerade am letzten INDIVIDUAL-Auftritt in der Matte Brennerei, haben der Band viel Selbstvertrauen eingeflösst.

Das hohe Preisgeld des Prix Effort erlaubt den Youngstern vorher nicht gekannte Gestaltungsfreiheit. «Wir haben konkret in ein Ear-In-System investiert, daneben konnten wir unser bestehendes Demo fertig abmischen und sind auch gut aufgestellt, was Grafisches anbelangt. Natürlich wollen INDIVIDUAL den Durchbruch schaffen und soviel als möglich auftreten. Doch gleichzeitig feilen sie weiter an ihrem Stil. «Wir sind weiterhin auf der Suche nach unserem Bandsound, denn unser Bandname ist Programm», bekräftigt Schlagzeuger Pascal Widmer. Fans aufgepasst: Am alldienstäglichen Bandtag darf man übrigens in die Proben reinhören. «Einfach vorher via Instagram anmelden», wie Sänger Robin noch lachend hinzufügt. (MG)

www.individual-band.ch

 

Kleinkunst aus der Telefonzelle

Hinter dem Projekt «KleinkunstKabühne» steht ein aufgestelltes Sextett, welches letzten August bis Oktober im Progr-Hof das Publikum in seinen Bann gezogen hat. Als Bühne dient eine ausrangierte Telefonzelle. Die Performances von Musik bis Poetry-Slam fanden alle auf dem begrenzten Raum der Kabine statt. «Bei grösseren Künstlergruppen haben wir natürlich ein Auge zugedrückt, doch immer musste die Kabine im Mittelpunkt der Events stehen», beteuert Projektmitglied Nico Stähli. Für ihr Engagement wurden die Macherinnen und der Macher mit einem Prix Effort-Förderpreis von 4000 Franken ausgezeichnet. In der Winterpause wurde hinter den Kulissen emsig die neue Saison vorbreitet.

Das Preisgeld wird sich insbesondere in einer speziellen Deko niederschlagen, auch können den Auftretenden zusätzlich zum Hutgeld bessere Entschädigungen bezahlt werden. Das topmotivierte Team startet dieses Jahr früher. Insgesamt werden im Progr-Hof fünf Events im Zweiwochen-Rhythmus über die Bühne gehen. Premiere war Anfang Mai, Dernière ist vor den Sommerferien am 27. Juni. Ziel der «KleinkunstKabühne» ist weiterhin, dem Publikum im hochfrequentierten Progr weniger bekannte Künstler näher zu bringen. Das Finale bestreiten allerdings mit Matto Kämpf und Bubi Rufener zwei Lokalmatadoren.

www.kleinkunstkabuehne.ch

 

Peppige Funk-Grooves
«6000 Franken sind viel Geld für eine junge Band wie wir», meint der Bassist der Frischen Fische, Maximilian Nyafli. Doch das Preisgeld kam wie gerufen, galt es doch für die Funk-Combo, das Debutalbum in Eigenregie zu realisieren. Die Aufnahmen fanden nach dem Prix Effort Anfang 2019 statt. Dazu hat die Band allesamt Eigenkompositionen aufgenommen. Das Mastering, die Grafik sowie die Pressung der Scheibe können nun dank des Prix Effort-Förderpreises berappt werden. Der Release folgt diesen Juni und wird entsprechend auf der Bandwebsite und Social Media-Kanälen beworben. Einige Auftritte stehen auch schon an, so am diesjährigen Kultursommer in der Elfenau oder an der Fête de la Musique in Lausanne. Die Fanbase der Frischen Fische ist breit: Nebst Altersgenosseninnen und -genossen aus Schule und Studium sind auch viele 30- bis 40-Jährige darunter, die eben auch gerne noch eine CD kaufen, wie Maximilian Nyafli und Altsaxer Manuel Schwab mit leuchtenden Augen meinen. «Es ist super, dass mit dem Prix Effort ein derart gut dotierter Preis für Junge existiert», fügt Nyafli hinzu, «normalerweise erfahren nämlich erst etablierte Künstler substanzielle Unterstützung. Dazu war die Möglichkeit, an der Preisverleihung im vollen Bierhübeli aufzutreten, echt der Hammer!» (MG)

 

Prix Effort 2019: Gewinne ein Moderationstraining!

In diesem Jahr wird am Prix Effort neben finanziellen Förderpreisen auch ein «Moderationstraining» verliehen. Angesprochen sind junge Talente zwischen 13 und 25 Jahren, die ein bemerkenswertes Projekt planen oder realisiert haben.

Mutige Bewerberinnen und Bewerber stellen ihr Talent an einem der Open Castings an den Samstagen vom 24. und 31. August 2019 in der

CaféBar im Berner Generationenhaus unter Beweis.

Der nächste Prix Effort wird am Freitag, 29. November 2019,
im Bierhübeli in Bern verliehen. www.prixeffort.ch
Bärner Müschterli

Gigele und gugle mit bärnischi Anekdote, erzellt vom J. Harald Wäber.

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