Ein ganzes Leben in Archivschachteln

Publiziert: 05.11.2018
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Hermann von Fischer im Jahr 1982 bei der Besichtigung eines vom Abbruch bedrohten Ferienhauses – wie immer begleitet von seiner Kamera.

Anfang 2016 durfte die Burgerbibliothek Bern den umfangreichen Nachlass von Hermann von Fischer (1926 – 2015) entgegennehmen. In einem mehrjährigen Erschliessungsprojekt werden die Archivalien nun der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Text: Denise Wittwer Hesse; Bild: zVg

Hermann von Fischer hat sich in seinem langen Leben in den verschiedensten Bereichen des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens in der Stadt und im Kanton Bern, aber auch schweizweit und international verdient gemacht. Nach einem Architekturstudium an der ETH Zürich und ersten Berufserfahrungen, unter anderem als Assistent von Michael Stettler am Historischen Museum in Bern, wurde er 1959 zum ersten Denkmalpfleger des Kantons Bern gewählt. In dieser Funktion baute er die neue Amtsstelle auf und setzte sich während der folgenden 40 Jahre unermüdlich für die Belange der Denkmalpflege und die Erhaltung von Kulturgütern ein. Er nahm Einsitz in zahlreichen Stiftungen, etwa der Schlösser Oberhofen, Hünegg oder Jegenstorf, in denen er sich auch nach der Pensionierung noch viele Jahre engagierte. Seine damit einhergehenden Forschungen zum bernischen Interieur und Mobiliar fanden ihren Niederschlag in etlichen Ausstellungen und Publikationen, vor allem aber in seinem Grundlagenwerk zur Kunsthandwerkerfamilie Funk. Für diese Leistungen verlieh ihm die Universität Bern im Jahr 2001 die Ehrendoktorwürde. In der Burgergemeinde Bern schliesslich war Hermann von Fischer über Jahrzehnte hinweg in verschiedenen Gremien tätig, sei es als Mitglied des Grossen und Kleinen Burgerrats oder der Direktion des Burgerlichen Waisenhauses, weiter als Präsident der Bibliothekskommission sowie als Obmann der Gesellschaft zu Ober-Gerwern.

Zu all diesen Tätigkeitsfeldern lassen sich im Nachlass Unterlagen finden. Eigene Texte, Notizen, Protokolle, Korrespondenzen, Agenden, Skizzen, Fotografien – all dies hat Hermann von Fischer sorgsam aufbewahrt und lange Zeit fein säuberlich in Ordnern und Schachteln abgelegt. Daneben enthält der Bestand auch seine persönlichen Papiere seit der Schulzeit sowie Materialien zu weiteren Mitgliedern der Familie von Fischer – etwa seiner Frau Vroni von Fischer-Stettler oder seinen Eltern und Grosseltern – und verwandten Familien.

Für den Transport dieser insgesamt über 100 Laufmeter Dokumente wurden knapp 200 Umzugskisten benötigt. Vor der detaillierten Erschliessung wurden die Archivalien trockengereinigt und grob gruppiert. Es zeigte sich, dass drei Viertel der Unterlagen dem Nachlass von Hermann von Fischer zugeteilt werden konnten. Inzwischen sind davon etwa zwei Drittel erschlossen. Das ausstehende Drittel wird bis Ende 2019 vollständig inventarisiert. Danach steht der Inhalt im Online-Archivkatalog der Burgerbibliothek Bern zur Recherche bereit, und die Dokumente werden für die Forschung im Lesesaal an der Münstergasse unter Beachtung der gesetzlichen Bedingungen zum Daten- und Persönlichkeitsschutz zugänglich sein.
Bärner Müschterli

Gigele und gugle mit bärnischi Anekdote, erzellt vom J. Harald Wäber.

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