Nach der Gesamtsanierung: Esther Erb kehrt als «gute Seele» an die Jupiterstrasse 45 zurück

Publiziert: 14.02.2019
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Esther Erb - Die gute Seele der Jupiterstrasse 45

Vor 38 Jahren ist Esther Erb von Rüfenacht an die Jupiterstrasse gezogen. Und geblieben. Als ehemalige Hauswartin der Nummer 45 und Bewohnerin der Wohnung 522 ist sie vielen ein bekanntes Gesicht. Zurzeit lebt Esther Erb im Haus Nummer 33. Sobald die Sanierung des Wohnblocks 45 abgeschlossen ist, wird sie dorthin zurückkehren. Und damit zurück zu diversen Geschichten und Erinnerungen, die sie mit ihrem Zuhause verbindet.

TEXT: DANIELA TSCHANZ
FOTOS MUSTERWOHNUNG: DAMIAN POFFET

38 Jahre Hauswartin mit Leib und Seele
Hoch oben, im 14. Stock in Haus Nummer 33 an der Jupiterstrasse, sitzt Esther Erb an ihrem Küchentisch. Bei gutem Wetter eröffnet der Blick aus der breiten Fensterfront, die Wohnung und Balkon voneinander trennt, Sicht auf die ganze Alpenkette. Die gemütlich eingerichtete Wohnung teilt sich Esther Erb seit Januar des letzten Jahres mit ihrer Tochter. Beide waren zuvor im selben Haus wohnhaft. Mit dem Beginn der Gesamtsanierung des Wohnblocks an der Jupiterstrasse 45 durch die Burgergemeinde Bern als Eigentümerin beschlossen Mutter und Tochter, sich vorübergehend eine Wohnung zu teilen. Nach der umfassenden Sanierung werden beide in ihr ursprüngliches Zuhause zurückkehren.

1980 ist Esther Erb mit ihrer Familie an die Jupiterstrasse 45 gezogen. Die ehemalige Hauswartin kam damals aufgrund der Arbeit von Rüfenacht nach Bern. Eine Arbeit, der sie 38 Jahre lang mit viel Herzblut nachging und die ihr zahlreiche bereichernde Begegnungen mit Bewohne-rinnen und Bewohnern bescherte. Es sind lustige und traurige Geschichten, die die Pensionärin aus ihrer Zeit als Hauswartin zu erzählen hat, Geschichten zum Staunen. Da ist zum Beispiel das Bärenfleisch, das sie einst von der Mutter eines russischstämmigen Nachbars zugesteckt erhielt. Als Ergänzung zu einer Flasche Wodka und einem Paar dicken Schaffellsocken. Und das ihr zu ihrem eigenen Erstaunen sehr gut schmeckte.

Ein multikulturelles Familienquartier
Auch heute geht es an der Jupiterstrasse multikulturell zu und her. Die Französische Schule Bern, die in unmittelbarer Nähe des Jupiterquartiers steht, ziehe viele fremd-sprachige Familien an, so Esther Erb. Oft kämen Familien auch in der zweiten Generation an die Jupiterstrasse zurück. Die Eltern zogen hierhin, die Kinder zogen teilweise fort – und kamen wieder, mit ihren eigenen Kindern. Insgesamt sei das Quartier aber etwas «gealtert», meint Esther Erb. Dabei sei das Leben an der Jupiterstrasse ideal für junge Familien mit Kindern.

Diese Meinung vertritt auch Tochter Anna Erb. Die Pharma-Assistentin verbrachte den Grossteil ihrer Kindheit an der Jupiterstrasse und erlebte diese als sehr sicher. Das Jupiterquartier, dieses eigene «Dörfli» in unmittelbarer Nähe zum Stadtzentrum, sei nicht nur autofrei, son-dern böte neben Kita, Kindergarten und Schule auch viel Grünfläche sowie Spielplätze zum Austoben. Daneben findet sich im Quartier alles, was es für den Alltag braucht. Eine Migros und ein Denner, eine Arztpraxis und eine Apotheke, ein Coiffeur Geschäft und sogar ein Quartierbeizli. Und wer für den Alltag mehr benötigt, den führt die Tramlinie Nr.8 «Saali» auf direktem Weg innert zehn Minuten in die Stadt.

Helle und geräumige Wohnungen
Und was erhofft sich Esther Erb von der Sanierung? Offen, hell und geräumig könne es werden. Ausserdem ist ihr eine bessere Isolation wichtig, die sowohl vor der Kälte als auch vor der Ringhörigkeit schützt. Bereits durch den Umzug der Kita, die bis vor Kurzem noch auf dem ersten Stock des Wohnhauses angesiedelt war, dürfte es im Haus etwas ruhiger werden. Dennoch erhofft sich Esther Erb, dass die familiäre Atmosphäre auch nach der Sanierung und der teilweisen Neubesetzung der Wohnungen bestehen bleibt. Die Nähe untereinander, das gegenseitige aufeinander Achtgeben und Kümmern, das möchte die ehemalige Hauswartin nicht missen.

Esther Erb hat noch einen weiteren Wunsch: Künftig wird die Hauswartung durch ein Unternehmen erfolgen. Das findet die Pensionärin angebracht. Sie erhofft sich aber, weiterhin kleinere Hausdienste übernehmen zu können und quasi als Verbindungsstelle zwischen den Bewohnerinnen und Bewohnern und dem Hausdienst zu fungieren. Damit könnte die «gute Seele» weiterhin walten, neuen und alteingesessenen Mieterinnen und Mietern begegnen – und ihr bereits grosses Repertoire an Anekdoten erweitern.

Artikel im JUPI: https://bit.ly/2SsOHo0 (S. 10-12)

Jupiterstrasse 45, Badezimmer Musterwohnung
1 / 4 Jupiterstrasse 45, Badezimmer Musterwohnung
Jupiterstrasse 45, Küche Musterwohnung
2 / 4 Jupiterstrasse 45, Küche Musterwohnung
Jupiterstrasse 45, Schlafzimmer Musterwohnung
3 / 4 Jupiterstrasse 45, Schlafzimmer Musterwohnung
Jupiterstrasse 45, Wohnzimmer Musterwohnung
4 / 4 Jupiterstrasse 45, Wohnzimmer Musterwohnung

Gesamtsanierung Jupiterstrasse 45

Die Liegenschaft an der Jupiterstrasse 45 in Bern wurde vor 39 Jahren erstellt. Im Lauf der umfassenden Sanierung, die im April 2018 gestartet wurde, wurden verschiedene Optimierungen ausgeführt.
Die Wasserzu- und Ableitungen, die Entlüftung der Wohnungen, das Elektroverteilnetz sowie die Lifte erfuhren eine Renovation. Mitunter wurden die Küchen, Bäder und Bodenbeläge erneuert.

Die Liegenschaft umfasst insgesamt 38 2½ Zimmerwohnungen, 15 3½ Zimmerwohnungen, 15 4½ Zimmerwohnungen sowie je eine 5 und eine 5½ Zimmerwohnung. Zusätzlich befinden sich drei Bastelräume im EG des Hauses. Die drei Dachterrassen im 16. Obergeschoss können separat gemietet werden.
Der Wiederbezug der Wohnungen ist ab Mai/Juni 2019 möglich.

Öffentliche Besichtigungen:

Samstag, 16.02.2019 von 13:30 bis 15:30 Uhr

Samstag, 09.03.2019 von 13:30 bis 15:30 Uhr

Über immobilien@bgbern.ch können Interessentinnen und Interessenten Anmeldeformulare für eine Wohnung beziehen.

Bärner Müschterli

Gigele und gugle mit bärnischi Anekdote, erzellt vom J. Harald Wäber.

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