Bürzi-Casino, Zoar, Käderegge?

Publiziert: 29.10.2016

Das Historisch-Topographische Lexikon der Stadt Bern von Berchtold Weber war lange Jahre vergriffen. Nun liegt es in stark erweiterter und überarbeiteter Form wieder vor, und zwar online! Es lädt zum Entdecken unbekannter und vermeintlich bekannter Orte ein.

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1 / 2 Ein Stadtplan von 1807 gibt Auskunft
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2 / 2 Die Suchmaskemaske des Historisch-Topographischen Lexikons der Stadt Bern

TEXT: NADINE FISCHER UND PHILIPP STÄMPFLI; BILD: ZVG

1976 erschien das Lexikon und war seither eines der wichtigsten Nachschlagewerke zur Stadtgeschichte. Nur hier fanden sich rasch Erklärungen zu längst vergessenen Namen, zu topographischen Bezeichnungen oder Hinweise auf die Bau- und Besitzgeschichte von Gebäuden. Der Autor des Werks war in den letzten 40 Jahren nicht untätig und hat weiter recherchiert: Das jetzt online von der Burgerbibliothek Bern publizierte Lexikon umfasst inzwischen rund 5600 Stichwörter und schliesst auch den Stadtteil VI, die alte Gemeinde Bümpliz, mit ein.

Die Online-Publikation bietet Vorteile, welche in gedruckter Form nicht realisierbar sind. Das beginnt schon mit den unterschiedlichen Zugängen: Wer im Online-Archivkatalog der Burgerbibliothek Bern Dokumente zu Bern sucht, findet dort auch die passenden Lexikonartikel. Allerdings konnte nicht explizit nur nach dem Lexikon gesucht werden, weshalb zusätzlich die separate Suchmöglichkeit «Archives Quickaccess» eingerichtet wurde. Damit können Nutzende direkt ins Lexikon einsteigen und entweder nach einem einzelnen Begriff suchen oder in einer alphabetischen Liste blättern. Gerade diese Möglichkeit ist eine Verführung zum Schmökern. Stösst man auf einzelne Begriffe wie etwa Käderegge, Zoar oder Henkerbrünnli, so hat man jedes Mal aufs Neue das Vergnügen zu entdecken, was sich hinter diesen Namen verbirgt. Dank der Gruppierung der Einträge in Kategorien lassen sich zudem bei Bedarf beispielsweise alle Bahnhöfe, Brücken oder Schulen der Stadt anzeigen.

Einen weiteren Zugang zum Lexikon bietet der Stadtführer «Bärn isch eso» an. In den diversen Rundgängen der App sind bei den einzelnen Stationen die Informationen des Lexikons hinterlegt, von wo aus Links zum Online-Archivkatalog führen. Dank dieser drei verschiedenen Zugänge lässt sich etwa das Rätsel um das Bürzi-Casino rasch und einfach von der ganzen Welt aus lösen!

Nun offeriert die elektronische Publikation des Historisch- Topographischen Lexikons aber noch weit mehr als nur Erklärungen zu einzelnen Örtlichkeiten der Stadt. Die Integration in den Online-Archivkatalog macht es möglich, Informationen zu verknüpfen. Zum einen unter sich selbst, sodass man per Mausklick von den Verweisen zu den passenden Informationen geführt wird, zum andern mit vielen weiteren nützlichen Hinweisen. Im Lexikontext genannte Personen sind mit der Personendatei der Burgerbibliothek Bern verknüpft, womit die entsprechenden Angaben ebenfalls zur Verfügung stehen. Zudem gelangt man überall dort, wo im Online-Archivkatalog passende Bilder zu finden sind, von den Lexikontexten zu den Ansichten und umgekehrt.

Hinter diesem dreifachen, kostenlosen Zugang zur erweiterten Neuauflage steckt viel Arbeit. Der Autor präsentiert die Summe einer jahrzehntelangen Recherchearbeit, die er mit viel Herzblut auf sich genommen hat. Dank gebührt ihm nicht nur dafür, sondern auch für sein Verständnis, dass Informationen heute wesentlich anders vermittelt werden als noch vor wenigen Jahren. Die neue Form weist ausserdem in die Zukunft: Im Gegensatz zum Buch lässt sich das Werk laufend ausbauen und ergänzen.

Bärner Müschterli

Gigele und gugle mit bärnischi Anekdote, erzellt vom J. Harald Wäber.

Bärner Müschterli

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