Ein nachhaltiger Burgerwald ist auf die Jagd angewiesen

Publiziert: 21.10.2014

Nur ältere Artgenossen werden gejagt.

Die Wälder Forst und Bremgartenwald im stadtnahen «Wildraum 7» liegen seit mehreren Jahren in der «roten» Zone. Gemäss den kantonalen Wildschadengutachten bedeutet dies, dass die angestrebte natürliche Waldverjüngung mit standortgerechten Baumarten nicht mehr erreicht werden kann. Kurzfristig wäre dies kein Problem. Langfristig ist damit jedoch die Walderhaltung infrage gestellt.

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1 / 2 Nur ältere Artgenossen werden gejagt.
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2 / 2 Auch Forstmeister Stefan Flückiger leistet seinen Beitrag zum Schutz des Jungwaldes.

TEXT: STEFAN FLÜCKIGER; BILD: ZVG

Der Forstbetrieb hat die Problematik schon vor vielen Jahren erkannt und schützt deshalb unter erheblichen Kosten jede Jungpflanze mit künstlichen Mitteln. Eine Problemanalyse ergab auch, dass seit etlichen Jahren nicht mehr die Anzahl Rehe erlegt werden, die für die Jagd freigegeben sind. Der «Wildraum 7» liegt im Einflussbereich der Stadt Bern mit ihren zahlreichen Erholungsuchenden. Das Verständnis für die wichtige Aufgabe der Jagd zugunsten des Waldes hat innerhalb der städtischen Bevölkerung abgenommen. Um sich nicht unnötig zu exponieren, haben die Jäger ihre Tätigkeit in abgelegenere Gebiete verlegt.

Natürliche Feinde fehlen
Da jedoch natürliche Feinde wie Luchs, Wolf oder Bär in den städtischen Wäldern kaum Lebensraum finden, steigt die Rehpopulation an. Reduzierend wirken sich da höchstens Verkehrsunfälle mit Wildtieren aus, welche in der Folge häufig unter Qualen verenden. Das eigentlich wertvolle Naturprodukt Wildtierfleisch muss von Gesetzes wegen nach einem Unfall entsorgt werden.

Zusammenschluss von Interessengruppen
Auf Initiative des Forstbetriebs der Burgergemeinde Bern hat ein Ausschuss des Jagd- und Wildtierschutzvereins Hubertus Bern, des Jägervereins Laupen sowie des Forstbetriebs ein Konzept erarbeitet, das die Wildschäden auf ein tragbares Mass reduzieren und die Jagdausübung in den Burgerwäldern attraktiv gestalten will. Als Ergebnis der gemeinsamen Ursachen-, Problem- und Lösungsdiskussion wurden fünf Massnahmen festgelegt, welche alle Beteiligten in den nächsten drei Jahren umsetzen wollen: koordinierte Ansitzjagden im Bremgartenwald, jährliche Reh-Vereinsjagden im Forst, das Bereitstellen von Informationen durch den Forstbetrieb für eine Erfolg versprechende Jagdausübung in den Wäldern der Burgergemeinde Bern, die Koordination solcher jagdlichen Einrichtungen in anderen Wäldern sowie das Anlegen von Wildäckern im Forst.

Hoffnung in Massnahmen zum Waldschutz
Mithilfe einer jährlichen gemeinsamen Ergebnis- und Wirkungskontrolle sollen die geplanten Massnahmen laufend optimiert werden. Das Konzept wird durch die Wildhut und das Jagdinspektorat begleitet. Es herrscht die Überzeugung, dass oben genannte Massnahmen helfen, die erlaubten Rehabschüsse auch zu erreichen. Damit wird der Stadtwald unterstützt und die Patentjagd in diesem viel besuchten Gebiet gestärkt. Wertvoller Nebeneffekt ist, dass hochwertiges und gesundes Wildtierfleisch aus den burgerlichen Wäldern gewonnen werden kann. Dies zum Vorteil der Waldverjüngung, der verbleibenden Rehpopulation und verantwortungsvoller Konsumenten.

Verständnis für Jäger nötig
Auch bei einem grösseren Jagdaufkommen in den Wäldern der Burgergemeinde Bern haben Erholungsuchende nichts zu befürchten. Die Berner Jagd gilt als sicher, und die Jäger sind sich ihrer Verantwortung in städtischen Wäldern bewusst. Verständnis für die Aufgaben der Jäger vonseiten der Waldbenutzer und das Verbleiben auf den Waldstrassen während der Jagdzeiten zwischen Oktober und November erleichtern die Jagd erheblich.

Bärner Müschterli

Gigele und gugle mit bärnischi Anekdote, erzellt vom J. Harald Wäber.

Bärner Müschterli

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