«Als Freiwillige habe ich mich besser kennengelernt»

Publiziert: 14.05.2018
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Im Burgerspittel setzen sich rund 80 Freiwillige mit viel Herzblut für das Wohl der Bewohnerinnen und Bewohner ein. Danielle Müller erzählt, wie sie ihre erfüllende Tätigkeit im Viererfeld erlebt.

TEXT UND BILD: FRANZISCA ELLENBERGER

Vor fünf Jahren entschied ich mich, nochmals etwas Neues anzupacken und mir unbekanntes Wissen anzueignen. Ich wollte mich in einem Bereich engagieren, der mit meiner vorigen Tätigkeit nichts zu tun hatte. Es sollte etwas Sinnvolles sein und mit Menschen zu tun haben, etwas, wo ich meine Lebenserfahrung und Geduld einbringen könnte», erinnert sich Danielle Müller. Obwohl sie sich auch eine Arbeit mit Kindern hätte vorstellen können, entschied sie sich fürs Alter. «Älteren Menschen meine Zeit zu schenken, schien mir befriedigend und lohnend.» Danielle Müller schrieb sich an der Fachhochschule Bern für eine Weiterbildung in Gerontologie ein und meldete sich gleichzeitig beim Burgerspittel als Freiwillige. Seit vier Jahren ist Danielle Müller dort nun regelmässig als engagierte freiwillige Mitarbeiterin anzutreffen. Ihre Aufgaben sind sehr vielseitig. Sie hilft etwa Bewohnerinnen und Bewohnern, ihre Menüpläne auszufüllen, oder ist auf Abruf bereit, um Einkäufe zu tätigen, beim Aufräumen zu helfen oder Personen zum Plaudern zu besuchen. Auch für die «Spittel-Zytig» setzt sie ihr Talent als Redaktorin ein. Daneben hat sie das «Erzählcafé» ins Leben gerufen, einen Anlass, an dem sich die Seniorinnen und Senioren zu ausgewählten Themen austauschen. Im Burgerspittel gäbe es unzählige Möglichkeiten, älteren Menschen etwas Zeit zu schenken, wie sie betont.

Viele positive Erfahrungen
Freiwillige werden im Burgerpittel sorgfältig und professionell auf ihre Aufgabe vorbereitet und betreut, wie Danielle Müller bestätigt: «Auch wenn wir Freiwillige nur sporadisch vor Ort sind, fühlen wir uns aufgenommen und akzeptiert. Unsere Arbeit geniesst hohen Stellenwert und wird sehr geschätzt.» Sie macht viele positive Erfahrungen mit den Pflegenden. «Ich spüre, dass sie meinen Einsatz als Ergänzung ihrer Arbeit und nicht als Konkurrenz sehen.» An ihren Betreuungsaufgaben schätzt Danielle Müller den direkten, persönlichen Kontakt zu den Bewohnerinnen und Bewohnern, aber auch zu deren Angehörigen. «Für mich stellen diese Begegnungen eine enorme Bereicherung dar. Ich werde reich beschenkt mit Erzählungen, Eindrücken und Emotionen.» Aber manchmal sei die Aufgabe auch belastend, etwa wenn jemand kurz vor dem Lebensende steht. Einige Male schon habe sie bei sterbenden Menschen am Bett gesessen. Anfangs fühlte sie sich unsicher und unwohl, sie konnte aber auf die Begleitung des Pflegepersonals zählen. Sie kann diese Erlebnisse kaum in Worte fassen, empfand aber immer etwas Beruhigendes und Feierliches dabei. Sie betont, dass sie sich für diese besondere Art der Anteilnahme aus freien Stücken entschieden habe, niemand werde zu bestimmten Aufgaben gezwungen. Die Institution sei sehr offen, und alle können ihre individuellen Talente und Interessen einbringen. Am Wichtigsten sei, dass man ältere Menschen gern habe. Ihr bedeuteten denn auch die Wertschätzung und Dankbarkeit vonseiten der Bewohnerinnen und Bewohner, deren Angehörigen sowie vom Spittel-Team sehr viel. «Als Freiwillige habe ich mich in den letzten Jahren besser kennengelernt und bin verständnisvoller und hellhöriger geworden», hält Danielle Müller fest.

Freiwillige Mitarbeitende gesucht

Sie suchen eine erfüllende Tätigkeit und wollen älteren Menschen etwas Zeit schenken? Zahlreiche Einsatzmöglichkeiten in den Bereichen Kultur, Betreuung/Begleitung, Unterhaltung und Fremdsprachen stehen zur Auswahl. Susanna Laederach, Verantwortliche freiwillige Mitarbeitende, freut sich, Sie bei einem persönlichen Gespräch kennenzulernen.

Telefon 031 307 66 81, E-Mail susanna.laederach@bgbern.ch

Bärner Müschterli

Gigele und gugle mit bärnischi Anekdote, erzellt vom J. Harald Wäber.

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