Ein Kleid aus regionalem Tannenholz

Publiziert: 06.08.2019
Baustellenbesuch mit Projektleiter Adrian Bärtschi im Breitenacker Kehrsatz

Für die Überbauung Breitenacker Kehrsatz kommt Tannen- und Fichtenholz aus burgerlichen Wäldern zum Einsatz. Projektleiter Adrian Bärtschi erklärt beim Baustellenbesuch, wieso Holz für ihn der modernste Rohstoff überhaupt ist.

TEXT: KARIN GROSSEN / BILDER: MARTIN GRASSL

Sein Herz schlägt für das Holz. Das wird beim Baustellenrundgang mit Adrian Bärtschi auf Anhieb klar. «Holz ist aus meiner Sicht der modernste Rohstoff überhaupt. Es passt sich der heutigen Baukultur problemlos an», sagt der gelernte Zimmermann, der als Projektleiter bei Burkhalter Architekten für die Gesamtplanung im Breitenacker verantwortlich ist.

Dass die Burgergemeinde Bern für ihre Überbauung in Kehrsatz keine Standardarchitektur bevorzugte, sondern sich für ein architektonisch hochwertiges und anspruchsvolles Projekt entschied, ist für Adrian Bärtschi gleichermassen inspirierend und motivierend. «Die Bauherrin ist mit Freude dabei, dafür bin ich sehr dankbar», so Bärtschi. Und dass sie mit dem R20-Holz aus den burgerlichen Wäldern sogar einen eigenen Rohstoff einbringt, ist mehr als eine glückliche Fügung. Denn sowohl die regionale Verankerung als auch die Nachhaltigkeit der Ressourcen gehören zu den zentralen Werten der Burgergemeinde Bern. Auch Bärtschi unterstreicht diesen Aspekt: «Eine ökologisch sinnvolle Werkstoffbeschaffung ist für uns per se ein grosses Thema. Wo immer wir dazu beitragen können, machen wir das aus Überzeugung».

Vereintes Fachwissen führt zum Erfolg
2‘800 Quadratmeter R20-Tannenholz werden die drei Gebäude umhüllen. Das entspricht einer Fläche von mehr als zehn Tennisfeldern. Weitere knapp 100 Kubikmeter Tanne und Fichte kommen als Konstruktionsholz für das nicht sichtbare Innenleben der Gebäude zum Einsatz. Das Holz der Aussenfassade wird lasiert. Dies ist nicht nur eine architektonische Stilfrage, sondern bietet auch Schutz vor der Witterung. Die Lasur ist nicht deckend und gewährleistet so die natürliche Atmung des Holzes.

Beim partiellen Bauen mit Holz – dem sogenannten Hybridbau – gibt es einige Besonderheiten, wie Adrian Bärtschi erklärt: «Es sind intensivere Vorabklärungen nötig als bei einem Massivbau aus Beton, denn Fehler haben grössere Auswirkungen.» Das Fachwissen und die Erfahrung der beteiligten Unternehmer, wie etwa der Holzbaufirma oder der örtlichen Haustechnikfirmen, ist in einer frühen Phase gefragt. Konstruktionsdetails werden gemeinsam angeschaut. «Wir haben viele regionale Partnerunternehmen und Fachleute an Bord, die eine solche Herausforderung gerne annehmen», berichtet der Projektleiter.

Schon als Zimmermann war Adrian Bärtschi mit den unterschiedlichsten Schnittstellen in einem Bauprojekt vertraut. Heute ist es sein oberstes Ziel, hohe Qualität, straffe Termine und moderate Kosten im Sinne der Bauherrschaft zu erzielen, um den Einzug der ersten Mieter im Frühsommer 2020 zu ermöglichen.

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Was bedeutet R20?
Unter dem Label Radius 20 – kurz: R20 – garantiert der Forstbetrieb der Burgergemeinde Bern die Produktion und Verwendung von Holz innerhalb eines Radius von 20 Kilometern um das Bundeshaus. Mehr erfahren

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1 / 2 Keine Tanzdiele, sondern die Schalung für den Betonboden – oder sozusagen das «Kuchenblech für den Kuchen».
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2 / 2 Auch im Innenleben der drei Gebäude kommt R20-Holz zum Einsatz.
Bärner Müschterli

Gigele und gugle mit bärnischi Anekdote, erzellt vom J. Harald Wäber.

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