Burglind & Co. als Vorboten der Normalität

Publiziert: 14.05.2018
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Der Sturm Burglind warf in den Wäldern der Burgergemeinde Bern soviel Holz, wie sonst in einem halben Jahr geschlagen wird. Die Streuung fiel mit rund 3000 Schadensplätzen im gesamten Waldgebiet hoch aus. Betroffen waren insbesondere ältere, dickstämmige Bäume. Bedingt durch den Klimawandel ist in Zukunft vermehrt mit Witterungsextremen zu rechnen. Deshalb pflanzt der Forstbetrieb heute schon Baumarten an, die dem Klimawandel gewachsen sind.

TEXT: MARTIN GRASSL UND STEFAN FLÜCKIGER; BILDER: MARTIN GRASSL

In den ersten Tagen nach dem Ereignis führte der Forstbetrieb zudem eine flächendeckende, detaillierte Schadensaufnahme durch, um genaue Angaben über das Ausmass und die betroffenen Gebiete zu erhalten. Dadurch konnte die eigentliche Aufarbeitung sehr effizient angegangen werden. Dank der Datenerhebung im Vorfeld konnten etwa unnötige Leerfahrten durch die Waldgebiete vermieden werden. Das Aufarbeiten des Sturmholzes wird bis Ende Juni weitgehend abgeschlossen sein. Da die Stadtwälder von der breiten Öffentlichkeit in der Freizeit rege genutzt werden, war eine aktive und regelmässige Kommunikation sehr wichtig. Nach Stürmen verändern sich die Spannungen innerhalb der Bäume, zudem ist das Wurzelwerk gelockert. Deshalb können auch noch Tage nach Witterungsextremen Äste abbrechen oder Bäume umfallen und stellen daher für die Waldbesucherinnen und -besucher eine Gefahr dar.

In Zukunft junge, klimawandeltaugliche Wälder
Der Forstbetrieb rechnet für die kommenden Jahrzehnte mit kürzer aufeinander folgenden Sturmereignissen und Witterungsextremen, sowohl im Sommer als auch im Winter. Aus diesem Grund wurde gemeinsam mit der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) die waldbauliche Strategie und Bewirtschaftung überarbeitet. Hierbei kamen schweizweit innovative Verfahren zum Einsatz, welche digitale Stichprobenerhebungen sämtlicher Wälder des Mittellands sowie Satellitenbilder und Waldwachstumssimulationen nutzen. In den Wäldern der Burgergemeinde Bern wurde für jede Baumart eine Analyse durchgeführt. Nun verfügt der Forstbetrieb über einen aktualisierten Hiebsatz für die nächsten zehn Jahre. Dieser gibt Auskunft über die flächenbezogene nachhaltige und jährlich schlagbare Holzmenge. Eine detailliertere Dringlichkeitskarte gibt zudem vor, welche forstlichen Massnahmen in den jeweiligen Wäldern in weiterer Zukunft stattfinden müssen, damit die geplanten Ziele erreicht werden können.

Ziel sind wirtschaftlich wertvolle, klimawandeltaugliche und vitale Wälder, die den gewärtigenden extremen Witterungsereignissen trotzen können. Da ältere, grosse Bäume von Sturmereignissen besonders betroffen sind, werden die meisten Baumarten künftig früher geerntet, die Folge ist ein Waldbild mit jüngeren Bäumen als bisher. In fünfzig Jahren wird im Mittelland ein Klima wie am Lago Maggiore herrschen. Zu warm für Buchen und Fichten, die daher eher verschwinden werden. An ihre Stelle werden Eichen, Douglasien und andere geeignete Baumarten treten. Auf ein ideales Mischverhältnis der Baumarten für jedes Waldgebiet wird auch weiterhin Wert gelegt. Überall, wo die Natur keine klimatauglichen Bäume von selber nachwachsen lässt, nimmt der Forstbetrieb entsprechende Pflanzungen vor.

Gemäss erwähnter Hiebsatzberechnungen müssen im Verlauf der nächsten 20 Jahre pro Jahr rund 43 000 Kubikmeter Holz geschlagen werden. Dies reicht aus, die heute überalterten und anfälligen Hochrisikowaldbestände in robuste, klimataugliche und vitale Wälder zu überführen. Dank gezielter Waldbewirtschaftung sind die Wälder von morgen gegen den Klimawandel gewappnet und erfüllen unsere Bedürfnisse auch weiterhin.

 

 

Bärner Müschterli

Gigele und gugle mit bärnischi Anekdote, erzellt vom J. Harald Wäber.

Bärner Müschterli

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