Stadt-App BÄRN ISCH ESO

Publiziert: 06.08.2014

Die Burgergemeinde Bern hat am 22. August 2014 den Bernerinnen und Bernern den einzigartigen Stadtführer BÄRN ISCH ESO geschenkt. Seither steht er als kostenlose App und mobile Webseite zur Verfügung. Er bietet ungekannte Sichtweisen auf die Bundesstadt und ist ein Erlebnis für Jung und Alt. In diesem Stadtführer gibt es Kurzfilme, Hörbeiträge, Lieblingstouren, Schultouren, Kinderbeiträge und vieles anderes zu entdecken.

Obergericht – Lieblingstour Urs Mannhart (Schriftsteller und Ex-Velokurier)
1 / 10 Obergericht – Lieblingstour Urs Mannhart (Schriftsteller und Ex-Velokurier)
Wer sich zu einer geschäftigen Zeit am Bahnhof verabreden, aber nicht mitten im Gewühl der Pendler stehen will, findet direkt vor dem Obergericht eine kleine, vom emsigen Treiben ignorierte Oase. Mir scheint, es sei zudem ein idealer Fleck, um zuzusehen, wie man Züge verpasst.
Bremgartenfriedhof  – Lieblingstour Urs Hostettler (Spieleerfinder, Autor und Liedermacher)
2 / 10 Bremgartenfriedhof – Lieblingstour Urs Hostettler (Spieleerfinder, Autor und Liedermacher)
Schon in frühen Jahren war der Bremgartenfriedhof mein liebstes hundefreies Naherholungsgebiet. Einen Besuch allemal wert ist die Sektion Familiengräber. Der Anarchist Michail Bakunin liegt da neben dem Mathematiker Schläfli und ein Oberst Kern mit Raketen-Grabstein. Das auffälligste Denkmal haben sich die Grabmalkünstler – die in Bern stets Auguste Paris hiessen – gleich selber gesetzt.
Hotel Schweizerhof  – Lieblingstour Robert Walser (Schriftsteller, 1878 - 1956)
3 / 10 Hotel Schweizerhof – Lieblingstour Robert Walser (Schriftsteller, 1878 - 1956)
Weihnachten verbrachte ich im hiesigen Schweizerhof, wo ein Baum wie zu meiner persönlichen Erbauung brannte. Am Weihnachtsbaum züngelten und lächelten die Lichtlein eher schalkhaft als melancholisch. Ich kaufte einem weissbärtigen Heilsarmisten ein Exemplar Kriegsruf ab, worin ein höchst bedeutsamer Leitspruch abgedruckt stand, dessen holden Inhalt ich mir ganz behaglich, d.h. nicht elegisch, zu Gemüte führte.
Meret Oppenheim Brunnen – Hörbeitrag Balts Nill
4 / 10 Meret Oppenheim Brunnen – Hörbeitrag Balts Nill
Césary – Lieblingstour Jürg Halter (Dichter)
5 / 10 Césary – Lieblingstour Jürg Halter (Dichter)
Zum Beispiel den zuweilen anwesenden Espresso (perfetto!)- trinkenden Werbern lauschen, die souverän über ihre souveränen Leben sprechen und sich dabei selbst fragen: Gibt es keine Alternative zu dieser überraschungsfreien Souveränität?
Ehgraben – Lieblingstour Heidi Maria Glössner (Schauspielerin)
6 / 10 Ehgraben – Lieblingstour Heidi Maria Glössner (Schauspielerin)
Ich fahre mit dem Velo vom Kursaal (Hotel Allegro) Richtung Theater: Meine Lieblingsbrücke! Blick nach Osten in die traumhafte Bergkulisse - Eiger, Mönch und Jungfrau grüssen - nach Westen in dramatische Sonnenuntergänge! Oft bleibe ich stehen und staune nur… Vorbei geht’s an meiner langjährigen ‚Wirkungsstätte‘, dem Stadttheater, zum Kornhaus.
Glasbrunnen – Lieblingstour Claude Longchamp (Historiker und Politikwissenschaftler)
7 / 10 Glasbrunnen – Lieblingstour Claude Longchamp (Historiker und Politikwissenschaftler)
Nirgends bleibt Bern so geheimnisvoll wie am Glasbrunnen. Aller protestantischer Ethik zum Trotz: Die Stadt kann man nicht nur rational erfassen, fleissig durchwandern, und streng analysieren. Denn ihre Geheimnisse entdeckt man so nicht.
Bubenbergrain – Lieblingstour Christine Lauterburg (Musikerin, Schauspielerin)
8 / 10 Bubenbergrain – Lieblingstour Christine Lauterburg (Musikerin, Schauspielerin)
Vor em Restorant Zähringer biege mir scharf rächts ab u stige dr Bowäger ufe. Ir Mitti vom Buebebärgrain oder äbä Bowäger chöi mr churz innehalte u abe luege uf di pflegte Schrebergärteli u dra dänke, dass dört mau dr eltischt Räbbärg vo Bärn isch gsi.
Kleine Schanze – Lieblingstour Carlos Schaerer (Bernburger, ehemaliger chilenischer Botschafter)
9 / 10 Kleine Schanze – Lieblingstour Carlos Schaerer (Bernburger, ehemaliger chilenischer Botschafter)
Der Platz ist immer voller Leben und lockt mit dem Anblick der Dreifaltigkeitskirche. Nach dem Sonntagsgottesdienst spazieren wir meist zur Bundesterrasse. Die Sauberkeit dieser Orte, trotz der vielen Menschen, die sich dort bewegen, ist erstaunlich und erstrebenswert. Das ist etwas, was ich auch in Chile sehen möchte
Allmend – Ariane von Graffenried (Autorin)
10 / 10 Allmend – Ariane von Graffenried (Autorin)
Wo Esel und Kamele grasen, Drachen steigen und Gleitschirme landen, wo Rugby keine Randsportart ist, wo Inder Cricket und Asylbewerber gegen die Polizei Fussball spielen, wo der Himmel weit und die Stadt gross ist, dort spaziert man, wie nirgends sonst: Auf der Allmend.

 

TEXT: MARTIN GRASSL, STEFANIE GERBER; BILDER: MARTIN GRASSL

Schon nur die präsentierten Kurzfilme mit dem Italoberner Theatermann Massimo Rocchi bilden einen tollen Auftakt. Auf unvergleichliche Art führt er einen direkt in typische und turbulente Alltagssituationen der Stadt. Aber auch die 50 Hörbeiträge haben es in sich. Mal sind sie erheiternd, mal geistreich, dann wieder sorgen sie für Überraschungen, beschreiben Skurriles oder wärmen schlicht das Herz. Wer mit dem Stadtführer unterwegs ist, kann sich aber auch an die Fersen diverser Berner Persönlichkeiten heften und so auf sogenannten Lieblingstouren bisher wenig bekannte Ecken oder Sichtweisen der Stadt Bern erleben. So offenbart sich, welche «Lädeli» Balts Nill unterwegs einfach nicht links liegen lassen kann. Oder wo Jodlerin Christine Lauterburg nur noch der Symphonie der Natur lauscht. Erhellt wird auch, welche Ecken es Robert Walser besonders angetan hatten und ihn inspirierten.

Am Anfang stand eine umfassende Analyse
Das Projektteam, welches zur Umsetzung des Unterfangens nur rund zehn Monate Zeit hatte, analysierte im Vorfeld kritisch unzählige Stadtführer aus aller Welt. Es war klares Ziel, das Genre um etwas anderes, Neues zu bereichern. Statt für Touristen sollte etwas für Einheimische kreiert werden. Mit Ausnahme der Beiträge des Angloberners Diccon Bewes, sind die Inhalte des Führers auf Deutsch oder Mundart verfasst. Natürlich stellte es eine besondere Herausforderung dar, Bernprofis zu überraschen und sie auf neues Terrain zu locken. Dies ist nur schon anhand der Lieblingstouren gelungen. Die 27 angefragten Persönlichkeiten schaffen es, selbst Einheimische in unbekannte Welten zu entführen und mit ungewohnten Sichtweisen zu verblüffen. Alle Orte wurden zudem aufwendig fotografiert und sind mit Absicht nicht auf Anhieb zu erkennen.

Touren für Kinder und Schulen
Aber auch an die Kleinen wurde gedacht. In einer höchst amüsanten Hörtour führt Kinderbuchautor Lorenz Pauli Kinder — und deren Eltern — durch die Stadt Bern. Im Mittelpunkt stehen zwei Ausbrecher aus dem Dählhölzli-Tierpark: ein schlaues Lisztäffchen und ein Papageientaucher mit «langer Leitig». Die Abenteuer der beiden in Berner Freiheit im Laufe von acht Geschichten sollten sich auch Ältere auf keinen Fall entgehen lassen!

Auf drei stufengerechten Touren können daneben Schülerinnen und Schüler die Berner Altstadt auf spielerische Art und Weise besser kennenlernen. Im Vordergrund steht dabei die aktive Rolle, das Entdecken, Rätseln, Suchen und Forschen. Historisches, Gesellschaftliches, Kulturelles und Überraschendes wird auf unterhaltsame Weise vermittelt.

Service public
Auch unter dem Reiterpunkt «Praktisches» trumpft der Stadtführer auf, mit Listung von Restaurants, WLAN-Standorten, Events, bekannten Sehenswürdigkeiten sowie allen öffentlichen WC-Standorten.

Ein «Zückerli» ist das Völlger-Panorama, welches die vom Münsterturm aufgenommene Rundumsicht auf die Stadt um 1894 zeigt — sowie die aktuelle Entsprechung im Jahr 2013.

Ausbau geplant
Der Stadtführer wird in seiner jetzigen Form laufend erweitert. So sind neue Lieblingstouren von Berner Persönlichkeiten geplant, zum Beispiel mit dem Kabarettisten Andreas Thiel oder dem Mundartrapper Greis. Die Stadt-App erhält 2016 wesentlichen Zuwachs. Dann nämlich nimmt sie umfangreiche, aufbereitete Archivinhalte der Burgerbibliothek auf.

Stadt-App

Der Stadtführer kann auch als kostenlose App für iOS und Android heruntergeladen werden. Das Schweizer Wirtschaftsmagazin Bilanz zählte die Stadt-App Anfang September 2014 zu den fünf besten nationalen iPhone-Apps.

Die App wurde auch von der Süddeutschen Zeitung Online empfohlen im Artikel «Hippe kleine Städteschwestern — Bern, die gemütlichste Hauptstadt der Welt».

www.baernischeso.ch

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Gigele und gugle mit bärnischi Anekdote, erzellt vom J. Harald Wäber.

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